Geldwerter Vorteil

Dienstwagen, Kantinenessen, Jobticket – Arbeitgeber können Arbeitnehmern finanzielle Vorteile verschaffen, ohne ihr Gehalt zu erhöhen. Diese Art der Zuwendung bietet für beide Seiten steuerliche Vorteile. Wir erläutern, welche Möglichkeiten es gibt, wann sich diese lohnen, und was zu beachten ist.

Definition geldwerter Vorteil

Begriff: als geldwerter Vorteil – auch Sachleistungen genannt – werden Einnahmen aus einem Arbeitsverhältnis bezeichnet, welche nicht in Form von Geld erbracht werden. Sie bringen dem Arbeitnehmer einen finanziellen Vorteil. Es handelt sich meist um eine verbilligte oder unentgeltliche Überlassung von Waren oder Dienstleistungen durch den Arbeitgeber.

Beispiele für Sachleistungen

Neben Dienstwagen sowie dem Rabattfreibetrag gibt es eine Vielzahl weiterer Sachleistungen, die eine Firma ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen kann. Grundlage von Gehaltsverhandlungen können daher durchaus auch Firmenhandys, Restaurantgutscheine, Tankkarten, Tickets für den öffentlichen Nahverkehr oder Fortbildungsreisen sein. Der Spielraum beider Seiten ist hier kaum begrenzt.

Geschenkgutschein

  • Firmenwagen
  • Rabattfreibetrag
  • Firmenhandy
  • Restaurantgutscheine
  • Tankkarten
  • Tickets für den öffentlichen Nahverkehr
  • Fortbildungsreisen

Dienstwagen

Grafik Dienstwagen

Viele Arbeitnehmer erhalten heutzutage einen Firmenwagen. Dies geschieht von Arbeitgeberseite aus häufig nicht ganz uneigennützig, sondern vor dem Hintergrund einer steuerlichen Ersparnis im Vergleich zu einer regulären Gehaltserhöhung. Aber auch der Angestellte kann steuertechnisch profitieren, was jedoch hauptsächlich von der Nutzungsart des Fahrzeugs abhängt. Diese kann sich auf reine Dienstfahrten beschränken, oder auch in den privaten Bereich ausgedehnt werden.

Wann ist ein Dienstwagen vorteilhaft?

Der geldwerte Vorteil steigt mit dem Preis des Autos und der Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort, mindert dabei aber gleichzeitig den Lohn. Irgendwann ist schließlich eine Grenze überschritten und der Vorteil wandelt sich zum Nachteil. Das Hauptaugenmerk des Arbeitnehmers sollte daher auf der Intensität der bisherigen Privatfahrten sowie auf den Kosten des eigenen Wagens – von Benzin bis hin zur Instandhaltung – liegen. Überschreiten die Kosten den Nettoverlust, kann sich ein Firmenwagen durchaus lohnen.

Besteuerung

Die Besteuerung von geldwerten Vorteilen ist in §8 Abs. 2 und 3 EstG geregelt.

Einnahmen, die nicht in Geld bestehen (Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge), sind mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen.

Der komplette §8 EstG kann unter www.gesetze-im-internet.de/estg/__8.html nachgelesen werden.

Dienstwagen

Nutzt ein Arbeitnehmer seinen Firmenwagen auch privat, ist dies seit einigen Jahren steuerpflichtig. Für besagten Fall lassen sich zwei verschiedene Methoden anwenden. Zum einen gibt es die sogenannte Ein-Prozent-Regelung, zum anderen das Fahrtenbuch.

Die Ein-Prozent-Regelung

Hierbei muss man zunächst den Warenwert des Autos anhand des Brutto-Inlandslistenpreises heranziehen. Pro Monat wird dann ein Prozent des Listenpreises versteuert. Auch die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz spielt eine Rolle. Pro anfallendem Kilometer müssen dann noch einmal 0,03 Prozent des Listenpreises versteuert werden.

Beispielrechnung

Kostet der Firmenwagen laut Liste 30.000 Euro, liegt der zu versteuernde Betrag nach der Ein-Prozent-Regel bei 300 Euro monatlich. Beträgt die Strecke pro Richtung 40 Kilometer, müssen pro Kilometer zusätzlich 9 Euro versteuert werden, insgesamt also 360 Euro pro Monat. Der geldwerte Vorteil liegt in diesem Fall letztendlich bei 660 Euro. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sind verpflichtet, diesen Betrag mit Steuern und Sozialabgaben zu belegen. Hatte der Angestellte bislang ein Einkommen von 3.000 Euro brutto monatlich, so erhöht die Sachleistung dieses nun theoretisch auf 3.660 Euro. Dieser Betrag wird von nun an auch besteuert. Das ausgezahlte Nettoeinkommen verringert sich dementsprechend um etwa 300 Euro.

Arbeitnehmer sollten beachten, dass auch dann der Bruttolistenpreis gilt, wenn es sich nicht um einen Neuwagen handelt. Stellt der Arbeitgeber den Dienstwagen als günstigen Gebrauchten zur Verfügung, hat der Arbeitnehmer trotzdem 1 Prozent vom Neupreis pro Monat zu versteuern. Dasselbe gilt auch für geleaste Dienstwagen. So muss im Zweifel abgewägt werden, ob das Dienstfahrzeug tatsächlich einen Kostenvorteil gegenüber dem privat gekauften Auto darstellt.

Das Fahrtenbuch

Wählt man diese Option, müssen in dem Buch alle Fahrten ganz exakt niedergeschrieben werden. Wer seinen Firmenwagen vor allem dienstlich nutzt, kann steuerlich enorm von einem Fahrtenbuch profitieren. Dabei sollte man als Grundregel festhalten, dass ein Dienstfahrzeug umso rentabler wird, je mehr man es für die Arbeit einsetzt. Notfalls lässt sich dies aber immer auch rechnerisch bestimmen.

Geschenke

Geschenke und andere Extras an die Mitarbeiter unterstehen einer fixen Regelung. Übersteigen diese den Wert von 44 Euro pro Monat nicht, bleiben sie steuerfrei. Liegen sie aber jenseits dieser Freigrenze, ist die gesamte Zuwendung zu versteuern.

Rabattfreibetrag

Im Zusammenhang mit geldwerten Vorteilen muss auch der sogenannte Rabattfreibetrag erwähnt werden. Zurzeit liegt dieser bei 1.080 Euro pro Jahr, wobei sich die Summe auf kostenfreie oder vergünstigte Sachleistungen bezieht, die von der eigenen Firma produziert oder angeboten werden. So wird beispielsweise einem Hotelangestellten ein Hotelzimmer günstiger zur Verfügung gestellt, Mitarbeiter im Kaufhaus erhalten Rabatt beim Wareneinkauf oder Angestellte einer Airline dürfen günstiger fliegen. Wird dabei der jährlich akzeptierte Wert von 1.080 Euro überschritten, sind auf den darüber hinaus gehenden Betrag Steuern zu entrichten.

Geldwerter Vorteil oder Gehaltserhöhung?

Ist der geldwerte Vorteil für Arbeitgeber und Arbeitnehmer wirklich lohnenswert, oder ist die normale Gehaltserhöhung die bessere Wahl? Dies hängt vor allem von der unterschiedlichen steuerlichen Bemessungsgrenze ab. Vor allem aber Angestellte kleiner Firmen, welche keine großen Gehaltssprünge zu erwarten haben, profitieren häufig mehr von geldwerten Vorteilen, und haben im Ergebnis mehr Netto in der Tasche. Bedacht werden sollte auch, dass Lohnerhöhungen immer mit einer stärkeren steuerlichen Belastung einhergehen. Zwar werden auch Sachleistungen versteuert, folgen dabei aber anderen gesetzlichen Gegebenheiten. Meistens bekommt ein Arbeitnehmer daher unterm Strich tatsächlich mehr heraus, wenn er sich für diese Art der Zuwendung entscheidet. Da auch der Arbeitgeber hiervon profitiert, wird in den meisten Fällen ein für beide Seiten zufriedenstellendes Ergebnis erreicht.

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