Steuerfreibeträge und Pauschbeträge in 2017 im Überblick

Viele Steuerzahler verschenken bares Geld, obwohl sie eine Steuererklärung einreichen. Wer höhere Kosten als den vom Finanzamt automatisch berücksichtigten Freibetrag oder Pauschbetrag geltend machen möchte, sollte diese Möglichkeit nutzen. Wir geben einen Überblick welche Freigrenzen es gibt, und wie hoch sie im Jahr 2017 sind.

Freibeträge


Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag aus nichtselbstständiger Arbeit ist am geltenden Sozialhilferecht orientiert, wird von der Steuerbehörde automatisch berücksichtigt, und hat die Aufgabe, das Existenzminimum des Steuerzahlers zu sichern. Er beträgt im Jahr 2017 8.820 Euro pro Jahr für Singles und 17.640 Euro jährlich für verheiratete Personen. Wie hoch der maximale Rentenfreibetrag ist, hängt davon ab, wann der Betreffende seinen Ruhestand angetreten hat. Wer zum Beispiel 2017 in Rente geht, verfügt lebenslang über einen Rentenfreibetrag von 28 %. Auch für Studenten gilt der 8.820 Euro hohe Grundfreibetrag.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag beträgt derzeit 4.716 Euro, und wird zusammen mit dem BEA-Freibetrag (2.640 Euro) geltend gemacht. BEA ist die Abkürzung für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf. Pro Kind und Jahr sind das demnach steuerfreie 7.356 Euro. Sie können den Freibetrag für Kinder allerdings nur dann nutzen, wenn Sie kein Kindergeld erhalten. Auch für die langfristige Aufnahme von Pflegekindern in die eigene Familie können Sie ihn geltend machen.

Alleinerziehendenentlastungsbetrag

Alleinstehende mit Kind haben einen Anspruch auf den Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro. Jedes weitere im Haushalt lebende Kind erhöht den Freibetrag um zusätzliche 240 Euro.

Ausbildungsfreibetrag

Dieser beträgt gegenwärtig 924 Euro und wird Eltern gewährt, die ihr Kind während seiner Berufsausbildung oder Schulzeit finanziell unterstützen. Voraussetzung ist, dass Ihr Nachwuchs volljährig ist, Anspruch auf Kindergeld hat und einen eigenen Haushalt führt. Bei im Ausland lebenden Kindern richtet sich die Höhe danach, zu welcher Ländergruppe das betreffende Land gehört.

Altersentlastungsbetrag

Von den jährlich 988 Euro (20,8 Prozent vom Bruttolohn) können ältere Menschen profitieren, die über 64 Jahre alt und noch berufstätig sind. Mit der Schaffung des Altersentlastungsbetrag wollte der Gesetzgeber für eine gerechtere Besteuerung der Einkünfte alter Menschen sorgen. Pensionen und Leibrenten bleiben dabei unberücksichtigt.

Übungsleiterfreibetrag

Sind Sie im pädagogischen Bereich nebenberuflich als Ausbilder tätig, können Sie von dem Freibetrag in Höhe von 2.400 Euro profitieren. Auch Arbeitssuchende und Rentner sind anspruchsberechtigt.

Ehrenamtsfreibetrag

Wer neben seiner Erwerbstätigkeit ein Ehrenamt in einer Behindertenwerkstatt oder einem Pflegeheim ausübt oder für den Tier- oder Umweltschutz arbeitet, darf sich sein freiwilliges Engagement mit 720 Euro jährlich (Aufwandspauschale) entlohnen lassen, ohne dass er dafür Steuern zahlen muss. Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich für eine gemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Körperschaft engagieren. Der freiwillige Einsatz kann auch für Studierende, Rentner, Arbeitssuchende und Hausfrauen steuerrechtlich vorteilhaft sein. Die Freibeträge für Übungsleiter und Ehrenamt können sogar gleichzeitig in Anspruch genommen werden, wenn es sich um unterschiedliche Tätigkeiten handelt.

Erbschaftssteuer

Die Höhe Ihres Erbschaftssteuerfreibetrags richtet sich danach, welchen Verwandtschaftsgrad Sie zum Erblasser haben, und welcher Erbschaftssteuerklasse Sie angehören. Bei Ehepartnern liegt der Freibetrag für die Erbschaftssteuer derzeit bei 500.000 (bei Kindern: 400.000 Euro). Enkel müssen für 200.000 Euro, Großeltern und Eltern für 100.000 Euro ererbten Vermögens keine Steuer abführen. Erbberechtigte, die mit dem Verstorbenen nicht verwandt sind, und entferntere Verwandte haben einen Freibetrag in Höhe von lediglich 20.000 Euro. Wer der Steuerklasse 1 angehört (engste Verwandte), kann Freibeträge von 100.000 bis 500.000 Euro geltend machen. Für die Steuerklassen 2 und 3 (weitere Verwandte und sonstige Personen) gilt ein Betrag in Höhe von 20.000 Euro.

Gewerbesteuerfreibetrag

Dieser liegt aktuell bei 24.500 Euro pro Jahr, und gilt nur für selbstständige Einzelunternehmer und Personengesellschaften.

Grafik zur Steuersparerklärung 2017 für 2016

Pauschbeträge


Arbeitnehmer- / Werbungskostenpauschbetrag

Die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro wird dem Arbeitnehmer direkt vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Können Sie jedoch in der Steuererklärung für 2017 mehr als 1.000 Euro als Werbungskosten für Ihre berufliche Tätigkeit absetzen, tragen Sie diese in der Anlage N ein, und fügen die entsprechenden Belege bei. Wer nicht nur Arbeitnehmer ist, sondern auch noch eine Pension, Unterhalt oder Versorgungsbezüge erhält, kann sich über zusätzliche 102 Euro Versorgungspauschbetrag freuen. Für Nur-Rentner gilt eine Pauschale von lediglich 102 Euro jährlich.

Entfernungspauschale

Die Pendlerpauschale kann für einfache Strecken zur Arbeitsstelle bis zu einem bestimmten Höchstbetrag geltend gemacht werden. Jeder zur Arbeit gefahrene Kilometer wird mit 0,30 Euro berechnet. Sind Sie beispielsweise an 200 Arbeitstagen jeweils 20 Kilometer (kürzester Weg!) zu Ihrem Betrieb gefahren, erhalten Sie über die Steuererklärung 1.200 Euro zurück. Die Entfernungspauschale kann nur für eine Fahrt und nur einmal täglich in Anspruch genommen werden. Übersteigen Ihre Autofahrten jedoch die festgelegten 30 Cent pro Kilometer, tragen Sie Ihre tatsächlichen Kosten in die Steuererklärung ein, und fügen die entsprechenden Belege bei. Bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel können Sie die gesamten Kosten für das Ticket als Kilometerpauschale geltend machen.

Verpflegungspauschale

Ihre Geltendmachung lohnt sich, wenn man häufig auf Geschäftsreise ist. Ein voller Tag Abwesenheit wird mit pauschal 24 Euro angerechnet, 8 bis 24 Stunden Abwesenheit mit jeweils 12 Euro. Letzteres gilt für den An- und Abreisetag gleichermaßen.

Umzugskostenpauschale

Wer einen zu langen Weg zu seiner Arbeitsstelle hat, ist gut beraten, sich eine neue Wohnung in der Nähe zu suchen. In diesem Fall lässt sich von der Umzugskostenpauschale profitieren. Sie beträgt bei Singles aktuell 764 Euro (Verheiratete: 1.528 Euro). Über diesen Pauschbetrag hinaus können Sie natürlich noch weitere umzugsbedingte Kosten von der Steuer absetzen. Haben Sie Kinder oder andere mitziehende Angehörige, kommt noch ein Erhöhungsbetrag von 337 Euro pro Person hinzu.

Sparerpauschbetrag

Verfügen Sie über Erspartes, empfiehlt es sich, den Sparerpauschbetrag in der Anlage KAP einzutragen, wenn Ihre Zinsen und Dividenden höher als 801 Euro (Ledige) oder 1.602 Euro (Zusammenveranlagte) sind. Um von dieser steuerrechtlichen Regelung zu profitieren, müssen Sie zuvor einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank eingereicht haben.

Sonderausgabenabzug

Im Jahr 2017 beträgt der Höchstsatz bei den Sonderausgaben (z.B. für Vorsorgeaufwendungen) 19.625 Euro für Ledige und 39.250 Euro für verheiratete Personen. Sind Ihre privaten Sonderausgaben höher als der Pauschbetrag, ist die Angabe in der Steuererklärung per Beleg sinnvoll. Als Sonderausgaben gelten beispielsweise alle gesetzlichen Rentenbeiträge, Rürup-Renten, Renten anderer Rentenversicherungsträger etc.). Bei Arbeitnehmern wird der Sonderausgabenpauschbetrag noch um den steuerfreien Anteil gemindert, den der Arbeitgeber an ihre Rentenversicherung abführt. Auch andere Kosten wie zum Beispiel Krankenversicherung des Kindes, Riester-Sparen, Versicherungsbeiträge und Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner werden steuermindernd anerkannt.

Pflegepauschbetrag

Wer einen noch in seiner eigenen Wohnung lebenden hilflosen Angehörigen unentgeltlich pflegt, kann hierfür 924 Euro als Pflegepauschbetrag geltend machen. Versorgen Sie ihn zusammen mit einer weiteren betreuenden Person, haben Sie Anspruch auf die Hälfte. Verursacht die Betreuung Aufwendungen von mehr als 924 Euro jährlich, sollten Sie Ihre tatsächlich angefallenen Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen, und durch Rechnungen und Quittungen nachweisen.

Behindertenpauschbetrag

Je nach Grad Ihrer Behinderung (GdB) haben Sie Anspruch auf einen Behindertenpauschbetrag in unterschiedlicher Höhe. Der Pauschbetrag beginnt bei 310 Euro bei einem GdB zwischen 25- und 30 Prozent bis hin zu 1.420 Euro bei einer 95- bis 100 prozentigen Behinderung. Er kann in Ausnahmefällen sogar auf maximal 3.700 Euro erhöht werden, und wird in der Steuererklärung unter den außergewöhnlichen Belastungen vermerkt. Voraussetzung für die Geltendmachung ist, dass Sie zu mindestens 50 % behindert sind, oder zu mindestens 25 Prozent behindert sind, und eine Behindertenrente erhalten. Außerdem sind Sie anspruchsberechtigt, wenn Sie dauerhaft immobil oder aufgrund einer Berufskrankheit behindert sind.

Hinterbliebenenpauschbetrag

Hinterbliebene haben einen steuerrechtlichen Anspruch auf einen Pauschbetrag in Höhe von 370 Euro. Das gilt auch für Halbwaisen. Voraussetzung ist, dass Sie als Antragsteller Hinterbliebenenbezüge bekommen, die Ihnen aufgrund verschiedener Versorgungsgesetze Soldatenversorgungsgesetz, Zivildienstgesetz) zustehen. Sie tragen den Hinterbliebenenpauschbetrag als außergewöhnliche Belastung in den Mantelbogen Ihrer Steuererklärung ein.

Unterschied Freibetrag und Pauschbetrag

Obwohl beide Beträge die Steuerlast reduzieren, unterscheiden sie sich in einem wesentlichen Punkt: Den Pauschbetrag zieht das Finanzamt automatisch von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab. Das ist sogar dann der Fall, wenn Ihre tatsächlichen Ausgaben unter diesem Betrag liegen. Höhere Aufwendungen können Sie natürlich unter Vorlage von Belegen noch zusätzlich geltend machen. Freibeträge sind Höchstbeträge, bis zu denen Sie Ihr Einkommen nicht versteuern müssen.

Grafik zur Steuersparerklärung 2017 für 2016


Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Menü