Riester-Rente – 8 Tipps wie man Kostenfallen vermeidet

November 21, 2015 No Comments »

Wie man Kostenfallen beim riestern vermeidet

Wer riestert profitiert von staatlichen Zulagen und Steuervorteilen. Was viele Sparer nicht wissen: nur aufgrund der Förderungen erwirtschaften die Verträge (wenn) überhaupt einen Überschuss. Trotz der Zulagen sind die Auszahlungen im Alter oft gering. Der Grund: viele Verträge haben hohe Kosten welche die Rendite nahezu aufzehren.

Gravierende Unterschiede

Wie eine Studie die Frankfurt School of Finance & Management zur Riester-Rente aus dem Jahr 2008 zeigt, gibt es bei den Angeboten zur Riester-Rente gravierende Qualitätsunterschiede. Das gilt nicht nur in Bezug auf die Anlagestrategien und Renditechancen. Ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des geeigneten Riestervertrages sind die anfallenden Kosten. Welche es davon bei Riesterverträgen grundsätzlich gibt, zeigt die folgende Übersicht:

Diese Kosten gibt es bei Riesterverträgen

  • Vertrieb: Vermittler und Gesellschaft kassieren eine Abschlussprovision, meist zwischen 3- und 6% der Summe der eingezahlten Beträge.
  • Verwaltung: die Gesellschaft berechnet zwischen 1- und 3% der eingezahlten Beträge
  • Ausgabeaufschlag bei Fonds: die Fondgesellschaft kann bis zu 5% vom Wert der erworbenen Fondsanteile einbehalten. Problem: der Fond muss diese Rendite zunächst mal erwirtschaften, damit die Kosten nicht überwiegen.
  • Kosten für Vertragswechsel: meist zwischen 50- und 200 Euro

So lassen sich Kostenfallen vermeiden

Die Riester-Rente muss nicht zwingend zur Kostenfalle werden. Wer den richtigen Vertrag wählt, kann hiermit eine solide Grundlage für seine Altersvorsorge aufbauen. Wichtig zu wissen: der Berater einer Bank oder Versicherung ist grundsätzlich der falsche Ansprechpartner.

Welche Arten von Kosten gibt es?

Nur wenn die Abzüge niedrig sind, lohnt sich Riestern wirklich. Für den Verbraucher ist es daher wichtig, die Gebührenstruktur zu überblicken. Welche Kosten gibt es und wofür fallen Sie an? Wer sich informiert, weiß bei der Vertragsauswahl worauf der achten muss.

1. Finanztest

Eine Orientierung durch den Tarif-Dschungel bietet die Stiftung Warentest, welche regelmäßig Riester-Verträge unter die Lupe nimmt. 2013 gab es nur für fünf von 42 geprüften Verträgen die Note „gut“, während sieben Anbieter mit einem „ausreichend“ abschnitten. Tipps gibt es von den Verbraucherschützern auch dazu, welche Art von Riester-Vertrag sich für wen eignet. Ein wichtiges Kriterium ist etwa das Alter des Arbeitnehmers beim Abschluss des Vertrages.

2. Verbraucherzentrale

Ein Termin bei der Verbraucherzentrale kostet etwas Zeit und Geld. Doch die überschaubare Investition zahlt sich aus. Denn auf lange Sicht lässt sich viel Geld sparen. Die Experten beraten unabhängig, und wissen welche Verträge sich lohnen. Auch Fragen nach der geeigneten Sparform werden hier beantwortet.

3. Versicherungsverträge möglichst meiden

Bei Versicherungen ist die Vermittlung von Riesterrenten beliebt, denn die Verdienstmöglichkeiten sind hoch. Der Leidtragende ist der Sparer. Von Versicherungspolicen wird grundsätzlich abgeraten, und das aus zwei Gründen:

  • Die Renditechancen sind niedrig, denn die Versicherungen können die Einlagen der Sparer selbst nicht sehr gewinnbringend anlegen. Das gilt insbesondere in Niedrigzinsphasen. Fondsgebundene Policen bringen zwar etwas mehr Rendite. Diese muss jedoch mit höheren Vertragskosten erkauft werden, da für den Fondsanteil separate Gebühren berechnet werden.
  • Die Kosten sind hoch. Der Sparer muss zunächst bis zu 5 Jahre Beiträge einzahlen, um überhaupt eigenes Kapital anzusparen. Alle bis dahin gezahlten Beiträge kassiert die Versicherung für die Vermittlung des Vertrages.

4. Unabhängiger Finanzberater statt Versicherungsvertreter

Während der angestellte Versicherungsvertreter nur Verträge des eigenen Unternehmens anbieten darf, ist der freie Finanzberater nicht an bestimmte Anbieter gebunden. Er kann aus einer Vielzahl von Verträgen auswählen, und auf die Kundenwünsche gezielt eingehen. Die Beratung kostet grundsätzlich etwas Geld. Kommt es zum Vertragsabschluss, fällt die Gebühr jedoch meist weg. Wie bei der Beratung bei der Verbraucherzentrale lohnt sich der überschaubare Aufwand auf lange Sicht.

5. Fondssparpläne sind kostenneutraler als Versicherungen

Fondssparpläne stellen eine attraktive Möglichkeit dar, weil es hier die größten Renditechancen gibt. Da sämtliche Einsparungen während der Auszahlungsphase zurückgezahlt werden müssen, ist für den Anleger das Verlustrisiko ausgeschlossen. Aufgrund der höheren Rendite fallen die Vertragskosten weniger ins Gewicht als bei einer Versicherungspolice.

Fonds ohne Ausgabeaufschlag wählen

Der größte Kostenfaktor bei einer Fondsanlage ist der Ausgabeaufschlag. Fondssparpläne ohne diese Zusatzkosten gibt es bei einigen Direktbanken. Ein Vergleich lohnt sich.

6. Anbieterwechsel möglichst vermeiden

Oft erweist sich der früher abgeschlossene Riestervertrag als Fehlgriff. Ein Wechsel in eine andere Sparform oder gar zu einem anderen Anbieter ist zwar möglich. Dies geht jedoch (je nach Sparform) oft nur unter erheblichen Verlusten sowie Zusatzkosten. Ein Wechsel lohnt sich daher eher selten. Insbesondere die beiden folgenden Vertragsformen sollten nicht gekündigt werden.

  • Fondsparplan in der Verlustzone: die Kapitalgarantie gilt erst zum Anfang der Auszahlungsphase bei Rentenbeginn. Wird der Fond zwischendurch verkauft, ist das Geld weg.
  • Versicherung: wer die Police wechselt, muss die Kosten für den Vertrieb ein zweites Mal tragen. Das bedeutet: wieder bis zu 5 Jahre Beitrag zahlen, welchen ausschließlich der Vermittler der neuen Versicherung kassiert.

Gebühr für Vertragswechsel

Auch der Wechselvorgang an sich ist nicht umsonst. Die Gebühr kann mehrere Hundert Euro betragen.

7. Kosten können sich ändern

Es wird empfohlen, die Vertragskosten nicht nur bei Abschluss sondern auch später im Auge zu behalten. Denn Banken und Versicherungen sind berechtigt, die anfangs festgelegten Gebühren jederzeit anzupassen.

8. Tipp: garantierte Leistung bei Renteneintritt ermitteln

Die garantierte Leistung ist der Geldbetrag (in Form von Rentenzahlungen), welcher der Vertragsinhaber später mindestens ausgezahlt bekommt. Letzteren erfährt man meist nur auf gezielte Anfrage oder aus den Vertragsunterlagen. Der Betrag ist auch deshalb wichtig, um die (garantierte) Rendite mehrerer Verträge miteinander vergleichen zu können.

Related Posts

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Menü