Gibt es eine Mietkaution-Alternative?

Welche Alternative zur Mietkaution gibt esWer eine neue Wohnung bezieht, muss meist auch eine Mietkaution an den Vermieter zahlen. Bis zu drei Nettomieten werden fällig, die meist während der Mietzeit auf einem niedrig verzinsten Sparbuch versauern. Doch welche Alternative gibt es für Mieter, um die Sicherheit nicht als Einmalbetrag hinterlegen zu müssen? Wir stellen verschiedene Möglichkeiten vor.

Übersicht: 4 Alternativen zur Mietkaution

Ob Bürgschaft der Eltern, Versicherung oder Ratenzahlung: Ist das Geld beim Umzug knapp, muss die Kaution nicht unbedingt in bar hinterlegt werden. Die folgenden Alternativen bieten Mietern mehr finanziellen Spielraum, oder ersparen Vermietern den lästigen Verwaltungsaufwand herkömmlicher Kautionskonten.

Möglichkeit
Vorteile / Nachteile
Infos + Anbieter
1. Ratenzahlung
Vorteile / Nachteile
+ Mieter kann Betrag auf drei Monate aufteilen.
+ Vermieter muss Ratenzahlung per Gesetz zustimmen.
– Vermieter muss länger auf Sicherheit warten.
– Mieter zahlt Kaution wie „auf Kredit“ ab.
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Alternative
2. Kautions-versicherung
Vorteile / Nachteile
+ Mieter spart Einmalbetrag.
+ Schonung der Ersparnisse beim Umzug
+ kein Kredit nötig
+ reduzierter Verwaltungsaufwand für Vermieter
+ Mieter-Bonität wird vor Abschluss geprüft.
– überschaubare aber regelmäßige Kosten für Mieter
– Mieter muss Geld bei Inanspruchnahme erstatten.
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3. Bank-bürgschaft
Vorteile / Nachteile
+ Mieter schont Ersparnisse beim Umzug.
+ Vermeidung einer Kreditaufnahme
+ reduzierter Verwaltungsaufwand für Vermieter
+ Mieter-Schufa wird vor Abschluss überprüft.
– überschaubare aber regelmäßige Kosten für Mieter
– Mieter muss Geld bei Inanspruchnahme erstatten.
– Nur wenige Banken bieten Bürgschaft an.
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4. Eltern-Bürgschaft
Vorteile / Nachteile
+ Mieter verbessert Chance auf Wohnung.
– Bürgschaft wird oft zusätzlich zur Kaution verlangt.
– Sicherheit für Vermieter erhöht sich dadurch nicht.
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Ratenzahlung

Die Mietkaution ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. In §551 sind sowohl die maximale Höhe als auch die Zahlungsmodalitäten festgelegt. Der Mieter ist berechtigt, die Kaution in drei monatlichen Teilzahlungen zu leisten. Die erste Rate wird zu Beginn des Mietvertrags oder mit der ersten Mietzahlung fällig, die beiden anderen mit der zweiten und dritten Monatsmiete. Der Vermieter muss der Regelung zustimmen, wenn der Mieter davon Gebrauch macht. Das Budget des Mieters wird hierdurch zunächst entlastet, da er die hohe Summe von bis zu drei Nettomieten nicht auf einmal aufbringen muss. In den folgenden zwei Monaten muss er jedoch entsprechend mehr Geld aus seinem Einkommen bereithalten. Die Ratenzahlung eignet sich für Mieter vor allem dann, wenn im Moment des Umzugs nicht genug Geld da ist, der finanzielle Engpass jedoch durch die folgenden Gehaltseingänge wieder ausgeglichen werden kann. Für den Vermieter ist die Regelung nachteilig, da er länger auf die vollständige Sicherheitsleistung warten muss.

Die Versicherung als Mietkaution Alternative

Der Vermieter erhält bei dieser Art der Mietkaution kein Geld, sondern die Bürgschaftsurkunde einer Versicherung. Es handelt sich somit um eine Bürgschaft. Der Hausherr hat weniger Verwaltungsaufwand, da keine separaten Konten angelegt und abgerechnet werden müssen. Zudem wird bei einer Mietkautionsversicherung die Schufa des Antragstellers geprüft, sodass keine Mietbewerber mit schlechter Zahlungsmoral in die Auswahl gelangen. Der Mieter profitiert davon, dass er die Kautionssumme nicht als Einmalbetrag in bar hinterlegen muss. Das ersparte Geld kann er z.B. in die Kosten für den Umzug, oder die Anschaffung neuer Möbel investieren. Für die Dienstleistung zahlen Mieter etwa vier bis fünf Prozent der Kautionssumme pro Jahr, siehe Tarifrechner unten. Die Kautionsversicherung ist für Mieter eine gute Option, wenn das Geld während der Umzugsphase generell knapp ist. Der Vermieter muss sich mit dieser Art der Kaution nicht einverstanden erklären, sondern kann auch auf der Hinterlegung von Bargeld bestehen.

Bankbürgschaft als Kaution-Alternative

Auch beim Einsatz der Bankbürgschaft als Mietkaution Alternative muss der Mieter weder über Ersparnisse verfügen, noch einen Kredit aufnehmen. Die Vorgehensweise gleicht der einer Mietkautionsversicherung. Der Unterschied ist, dass anstelle einer Versicherung eine Bank als Bürge auftritt. Die Kosten für den Mieter sind bei einer Bankbürgschaft etwas niedriger als bei einer Kautionsversicherung. Die Anforderungen an Bonität und Einkommen sind jedoch höher, sodass es mehr Anträge von Mietern abgelehnt werden. Leider wird das Produkt heutzutage von den meisten Banken nicht mehr angeboten. Auch für die Bankbürgschaft gilt, dass sie vom Vermieter nicht akzeptiert werden muss.

Bürgschaft von Privatpersonen

Privatbürgschaften kommen in der Praxis vor allem bei Personen mit niedrigen Einkommen zur Anwendung. Wenn z.B. Kinder aus dem Elternhaus ausziehen, verfügen sie oft noch nicht über ein ausreichendes Einkommen, was für den Vermieter ein Risiko darstellt. Eine Bürgschaft der Eltern gleicht die fehlende Bonität des Mieters aus, und bietet dem Vermieter damit eine entsprechende Sicherheit. Die Elternbürgschaft erhöht damit die Chancen junger Mieter auf dem Wohnungsmarkt. Im Gegensatz zu Kautionsversicherungen oder Bankbürgschaften ist die Privatbürgschaft nicht an eine Schufa-Auskunft oder sonstige Sicherheiten gebunden. Oft wird sie jedoch vom Vermieter zusätzlich zu einer herkömmlichen Kaution verlangt, wodurch es dann nicht zur gewünschten finanziellen Entlastung kommt. Für den Bürgen ist die sogenannte Ausfallbürgschaft vorteilhaft, da der Vermieter seine Ansprüche erst beim Mieter geltend machen muss, bevor er sich an den Bürgen halten kann. Bei der selbstschuldnerischen Bürgschaft darf der Vermieter sofort den Bürgen in Anspruch nehmen, wenn der Mieter seine Miete nicht zahlt, oder Schäden in der Wohnung hinterlässt. Das Risiko für die bürgende Privatperson ist damit höher. Ein Nachteil für den Vermieter besteht darin, dass die herkömmliche Mietkaution zusammen mit der Bürgschaft die Obergrenze von drei Nettomieten nicht übersteigen darf. Beträgt die Kaution bereits drei Monatsmieten, ist die Bürgschaft im Ergebnis wertlos.


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