Mehr Geld für Arbeitnehmer 2017? wie viel Netto Ihnen vom Brutto bleibt

Mai 25, 2017 1 Comment »

Ein höherer Grundfreibetrag sorgt im Jahr 2017 für etwas mehr Geld auf dem Konto. Ein gestiegener Kinderfreibetrag entlastet Eltern zusätzlich. Doch was uns das Finanzamt schenkt, holen sich Krankenkassen und Pflegeversicherung durch höhere Beiträge zurück. Wer profitiert und wer verliert.

Erläuterung

Wie viel mehr Netto vom Brutto 2017Die erste Spalte der folgenden Tabellen (Singles, Familien und Alleinerziehende) zeigt das Bruttogehalt der Person in Euro pro Monat. Die beiden nachfolgenden Spalten zeigen jeweils, wie viel Netto pro Monat in 2017 und 2016 nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen übrig bleibt. Die letzte Spalte zeigt die Veränderung zum Vorjahr. Oder berechnen Sie Ihr verbleibendes Einkommen selbst, siehe
Brutto-Netto-Rechner.


Singles

Singles ohne Kinder gehören immer in die Steuerklasse 1. Es gibt es keine zusätzlichen Steuervergünstigungen.

In unserem Beispiel ist ein Single 22 Jahre alt, und wohnt in Hessen. Die Person ist kirchensteuerpflichtig und gesetzlich krankenversichert. Die Krankenkasse verlangt einen Zusatzbeitrag in Höhe von 1,1 Prozent.
monatliches Brutto
monatliches Netto 2017
monatliches Netto 2016
Differenz in Euro
2.000,00
1.371,18
1.366,50
+4,68
2.500,00
1.636,31
1.630,75
+5,56
3.000,00
1.890,56
1.884,02
+6,54
3.500,00
2.134,03
2.126,08
+7,95
4.000,00
2.366,52
2.357,26
+9,26
5.000,00
2.833,33
2.825,65
+7.68
7.500,00
4.029,17
4.029,84
-0.67

Familien

Verheiratete werden nach der Hochzeit automatisch beide erstmal der Steuerklasse 4 zugeordnet. Um Steuern zu sparen, kann der Partner mit dem höheren Einkommen in die Steuerklasse 3 wechseln. Der Partner mit dem niedrigeren Einkommen wählt die Steuerklasse 5 (mehr zu den Steuerklassen). Familien mit Kindern erhalten entweder über das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag zusätzliche Vergünstigungen. Das Finanzamt wählt anhand der Angaben in der Steuererklärung die für Sie günstigere Variante aus.

Ein Familienvater ist 45 Jahre alt, und hat 2 Kinder. Er nutzt die Steuerklasse 3. Er ist Mitglied in der Kirche. Die Familie wohnt in Bayern. Er ist gesetzlich krankenversichert, und zahlt einen Zusatzbeitrag in Höhe von 1,1 Prozent.
monatliches Brutto
monatliches Netto 2017
monatliches Netto 2016
Differenz in Euro
2.000,00
1.578,50
1.575,16
+3,34
2.500,00
1.894,87
1.889,87
+5,00
3.000,00
1994,07
1988,08
+5,99
3.500,00
2.241,94
2.234,00
+7,94
4.000,00
2.481,90
2.472,55
+9,35
5.000,00
2.965,16
2.957,93
+7.23
7.500,00
4.245,63
4.261,58
-15,95

Alleinerziehende

Alleinerziehende können durch einen Wechsel in die Steuerklasse 2 von weiteren steuerlichen Vergünstigungen profitieren. Zusätzlich zum Kindergeld können sich Singles mit Kindern den Alleinerziehendenentlastungsbetrag sichern. Dieser beträgt im Jahr 2017 1908 Euro. Das sind im Ergebnis 159 Euro weniger Steuern pro Monat. Für jedes weitere Kind kommen zusätzlich 240 Euro Freibetrag jährlich hinzu.

Eine alleinstehende Frau ist 30 Jahre alt, und hat 2 Kinder. Sie nutzt die Steuerklasse 2. Sie ist Kirchenmitglied und wohnt in Thüringen. Sie ist ebenfalls gesetzlich krankenversichert, und zahlt einen 1,1 prozentigen Zusatzbeitrag.
monatliches Brutto
monatliches Netto 2017
monatliches Netto 2016
Differenz in Euro
1.800,00
1.322,13
1.318,68
+3,45
1.900,00
1.380,69
1.377,17
+3,52
2.000,00
1.438,83
1.435,16
+3,67
2.500,00
1.723,79
1.719,54
+4,25
3.000,00
1.994,07
1.988,08
+5,99
3.500,00
2.134,03
2.126,08
+7,95
4.000,00
2.366,52
2.357,26
+9,26
5.000,00
2.833,33
2.825,65
+7.68
7.500,00
4.029,17
4.029,84
-0.67

Fazit

Während Geringverdiener etwas mehr in der Tasche haben als 2016, müssen Gutverdiener ab ca. 7.000 Euro Brutto pro Monat Verluste hinnehmen. Das liegt an den höheren Beitragsbemessungsgrenzen bei der Kranken- und Rentenversicherung. Hierdurch müssen Besserverdienende mehr Beiträge in die Sozialkassen abführen. Bezieher mittlerer Einkommen in Höhe von ca. 4.000 Euro profitieren 2017 am meisten. Familien mit niedrigen Einkommen bis 3.000 Euro brutto kommen am schlechtesten weg (1 Verdiener, Steuerklasse 3). Interessant: Alleinerziehende werden ab einem Einkommen in Höhe von 3.500 Euro steuerlich wie Singles behandelt. Die Steuerklasse 2 bringt dann offensichtlich keine Vorteile mehr. Die finanziellen Entlastungen durch die höheren Freibeträge sind insgesamt gering. Sie übersteigen in keinem Fall 10 Euro pro Monat. Nicht berücksichtigt ist der Kaufkraftverlust in Höhe von 2 Prozent aufgrund der Inflation. Im Ergebnis verlieren alle. Außer der Chef gewährt eine Gehalterhöhung oberhalb der Inflationsrate.

Info: Die Inflationsrate in Deutschland beträgt im Zeitraum von April 2016 bis April 2017 2 Prozent, (Quelle: statistisches Bundesamt).

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One Comment

  1. T.W. 10. November 2017 at 16:35 - Reply

    Hallo,

    wie Sie es im letzten Satz ja schon richtig erwähnt haben. Es verlieren alle, da die Steuervorteile die Inflation von aktuell 2 Prozent gar nicht aufwiegen können. Und noch etwas: die 2 Prozent Inflation resultieren nur aus dem limitierten Warenkorb, der ja wie bekannt ist längst nicht Konsumverhalten eines jeden Bürgers abbildet. Diese angeblichen Steuervorteile mit z.b. höherem Grundfreibetrag sind in meinen Augen die reinste Volksverdummung. Damit man denkt der Staat denkt an den kleinen Bürger. In Wirklichkeit sahnt der Staat durch die kalte Progression hintenrum ab.

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