Reallöhne in Deutschland steigen dank niedriger Inflation

September 23, 2014 No Comments »

Sachleistung statt Lohnerhöhung

Die Reallöhne in Deutschland steigen im Jahr 2014 wieder an. Dank einer niedrigen Inflationsrate können deutsche Arbeitnehmer von realen Lohnzuwächsen profitieren. Deutlich mehr Netto haben in erster Linie Beschäftigte im produzierenden Gewerbe, während der Lohnzuwachs im Dienstleistungssektor niedriger ausfällt.

Auch real verbleibt 2014 mehr Kaufkraft

Deutsche Arbeitnehmer können sich in 2014 tatsächlich mehr leisten. Eine niedrige Inflationsrate ermöglicht auch bei geringeren Einkommenssteigerungen einen realen Lohnzuwachs. Die Reallöhne stiegen im 2. Quartal 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2% an. Die Nominallöhne waren 2,3 % höher als im Vorjahresquartal, die Inflationsrate stieg hingegen nur um 1,1% an. Der Reallohnanstieg errechnet sich aus der Differenz von Nominallohnanstieg und dem Anstieg der Verbraucherpreise.

  • Steigerung Nominallohn: 2,3%
  • – Steigerung Inflation: 1,1%
  • = Steigerung Reallohn: 1,2%

Steigerung fällt je nach Art der Beschäftigung unterschiedlich aus

Je nach Art der Beschäftigung fallen die Gehaltssteigerungen unterschiedlich aus. Hohe Lohnzuwächse gibt es im produzierenden Gewerbe. Die Nominallöhne stiegen hier im Schnitt um 3,2%. Geringer fallen die Steigerungen mit 1,9% im Dienstleistungssektor aus. In der Metallindustrie (+ 5,4 %) sowie im Maschinenbau (+ 6,3 %) konnten überdurchschnittlich hohe Tarifabschlüsse realisiert werden, weshalb die Steigerungsrate im produzierenden Gewerbe deutlich höher ausfällt als im Dienstleistungssektor.

Niedrige Inflation – Ausgaben für Energie sinken

Nicht nur die hohen Tarifabschlüsse lassen die Reallöhne steigen. Dass unter dem Strich mehr Kaufkraft vorhanden ist, haben wir einer derzeit sehr niedrigen Inflationsrate zu verdanken. Die Verbraucherpreise steigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2. Quartal 2013 bis 2. Quartal 2014) gerade mal um 1,1% an. Ausschlaggebend für den geringen Verbraucherpreisanstieg sind die Energiekosten. Während Mieten um 1,5% und Dienstleistungen um etwa 2% teurer wurden, sanken die Ausgaben für Energie um ca. 1%. Aufgrund des milden Winters 2013/2014 mussten deutsche Haushalte deutlich weniger heizen als in den Vorjahren.

Jährl. Veränderung des Verbraucherpreisindex und ausgewählter Gütergruppen in %
Gesamtindex / Teilindex
Gewichtung in Promille
April 2014
Mai 2014
Juni 2014
Juli 2014
Waren
479,77
0,5
0,3
0,3
0,1
darunter:
Energie
106,56
–1,3
–0,8
–0,3
–1,5
Nahrungsmittel
90,52
1,8
0,5
0,0
0,1
Dienstleistungen
520,23
2,3
1,4
1,6
1,5
darunter:
Wohnungsmiete
209,93
1,5
1,5
1,5
1,4
Gesamtindex
1000
1,3
0,9
1,0
0,8

Nicht alle Arbeitnehmer profitieren gleichermaßen

Jedoch nicht alle Arbeitnehmer können sich tatsächlich über mehr Einkommen freuen. Während das Gehaltsplus bei leitenden Angestellten und Fachkräften mit 3-4% recht ordentlich ausfällt, verdienen ungelernte Kräfte und Geringverdiener nicht wirklich mehr als vor einem Jahr. Hier reicht die Gehaltserhöhung von ca. 1,4% gerade mal aus, um die Teuerungsrate durch die Inflation auszugleichen.

Quellen und weiterführende Seiten zum Thema

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