Sachleistungen statt Gehaltserhöhung – welche Extras vom Chef sich lohnen

August 12, 2014 No Comments »

Sachleistung statt LohnerhöhungÜber eine Gehaltserhöhung freut sich so ziemlich jeder Arbeitnehmer. Doch häufig ist die Enttäuschung hinterher groß. Steuern und Sozialversicherungsbeiträge sorgen dafür, dass unterm Strich nicht viel übrig bleibt. Eine Alternative zur Gehaltserhöhung bieten Sachleistungen. Wir erläutern, welche Extras vom Chef sich lohnen.

Diese Sachleistungen gibt es

Um eine Mehrbelastung an Steuern und Sozialabgaben zu vermeiden, können Sachleistungen – auch geldwerter Vorteil genannt – genutzt werden. Auf diese Möglichkeit greifen inzwischen viele Arbeitgeber zurück. Sachbezüge bleiben komplett steuer- und sozialabgabenfrei. Sie treten in den unterschiedlichsten Varianten auf. Warengutscheine werden derzeit am häufigsten genutzt.

Warengutscheine

Warengutscheine sind eine der ältesten und bekanntesten Formen der Sachleistungen. Monatlich können Chefs hier bis zu 44 Euro auszahlen. Aber Vorsicht: wer mehr als 44 Euro zahlt, muss den gesamten Betrag versteuern, weil es sich bei dem Betrag um eine Freigrenze und keinen Freibetrag handelt. Warengutscheine fürs Tanken, für Bücher oder CDs sind dabei denkbar. Bei den Tankgutscheinen gibt es seit einiger Zeit sogar eine Erleichterung. So kann der Mitarbeiter an einer beliebigen Tankstelle seiner Wahl tanken und dem Chef im Nachgang den Tankbeleg vorlegen. Bis zu 44 Euro darf dieser dann erstatten.

Dienstwagen

Wer als Arbeitnehmer einen Dienstwagen fährt, spart Geld für Benzin, Reparaturen, Inspektion oder Versicherungen. Die Kosten werden vom Arbeitgeber übernommen. Ein Firmenwagen ist jedoch grundsätzlich einkommensteuerpflichtig, da er vom Finanzamt als geldwerter Vorteil betrachtet wird. Ein Firmenfahrzeug lohnt sich in erster Linie dann, wenn der Anschaffungspreis nicht zu hoch ist, und der Weg vom Wohnort bis zur Arbeitsstätte nicht zu lang ist.

Gesundheit

Für die betriebliche Gesundheitsförderung können Arbeitgeber bis zu 500 Euro pro Jahr und Arbeitnehmer steuerfrei zuschießen. Allerdings müssen die Maßnahmen der Gesundheitsförderung in den Leitfäden der Krankenkassen verankert sein. Andernfalls gibt es den steuerfreien Zuschuss nicht. Der Beitrag im eigenen Fitnessstudio lässt sich durch diese Sachleistung also nicht ohne Weiteres senken.

Fortbildung

Bei einer Fortbildung sieht es ganz ähnlich aus. Die darf zwar grundsätzlich vom Arbeitgeber finanziert werden, allerdings bleibt das Ganze nur dann steuerfrei, wenn der Arbeitgeber den Vertrag abschließt. Sollte der Arbeitnehmer den Vertrag unterzeichnen, sollte er sich vorher die schriftliche Zusage für die Kostenübernahme vom Arbeitgeber holen. Liegt diese nicht vor und zahlt der Arbeitgeber trotzdem, so muss die Sachleistung als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Kinderbetreuungskosten

Für Familien ist es auch interessant, wenn der Chef sich an den Kosten der Kinderbetreuung beteiligt. Viele Großunternehmen haben dafür eigene Betriebskindergärten errichtet, andere beteiligen sich finanziell an den Kosten der Kinderbetreuung. Wichtig ist aber, dass die Kostenübernahme nicht zu einer Verringerung des eigentlichen Gehalts führen darf. In diesem Fall würde Lohn umgewandelt werden, und der Zuschuss wäre steuerpflichtig.

Essensgeld

Ebenso kann sich der Arbeitgeber an den Verpflegungskosten der Mitarbeiter beteiligen, etwa mit Essenszuschüssen. Diese dürfen höchstens 6,03 Euro pro Tag betragen und werden meist als Restaurant-Schecks ausgegeben. Maximal für 15 Tage im Monat darf ein solcher Restaurant-Scheck vom Arbeitgeber ausgegeben werden. Der Chef darf 3,10 Euro täglich spendieren, aufs Jahr gerechnet ergeben sich so 558 Euro Zusatzeinnahmen, die steuer- und sozialabgabenfrei bleiben. Mit 2,93 Euro beteiligt sich der Mitarbeiter an den Kosten fürs tägliche Essen.

Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen sind eine freiwillige finanzielle Leistung des Arbeitgebers, welche dem Arbeitnehmer zusätzlich zum eigentlichen Gehalt gewährt wird. Der Arbeitnehmer erhält je nach Arbeitsvertrag und Branche bis zu 40 Euro pro Monat. Das Geld kann er in verschiedene Anlageformen, wie z.B. Fonds oder Bausparen investieren. Es handelt sich hierbei zwar nicht um steuerbegünstigte Zuwendungen des Arbeitgebers im eigentlichen Sinne, denn VWL sind sowohl steuer- als auch sozialabgabenpflichtig. Dennoch ist der finanzielle Nutzen für den Arbeitnehmer unter dem Strich gegeben, weshalb wir diese Möglichkeit der Vollständigkeit halber erwähnen möchten.

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