Steuererklärung machen – wie es geht und was es kostet

März 1, 2017 2 Comments »

Zum Finanzamt gehen, die grünen Vordrucke abholen, und diese per Hand ausfüllen? Das war gestern. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die Daten werden heute elektronisch an das Finanzamt übermittelt – ganz ohne Papierkram. Für die Ausführung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wie Sie Ihre Steuererklärung machen können, die jeweiligen Vorteile- und Nachteile, und was es kostet.

Steuererklärung online über Elster

Hierbei können Sie die Daten für Ihre Steuererklärung online über das ELSTER-Portal erfassen. Die üblichen Formulare können direkt am Bildschirm ausgefüllt werden. Die Übermittlung erfolgt inzwischen vollständig elektronisch. Es ist kein Ausdruck in Papierform mit anschließendem Postversand mehr nötig. Hierfür sorgt ein Zertifikat, welches die Unterschrift ersetzt. Dieses können Sie nach einer kurzen Registrierung auf Elster kostenlos erwerben. Wer das Zertifikat nicht nutzen möchte, muss am Ende eine Kurzform der Steuererklärung ausdrucken und unterschreiben.

Die Alternative: ElsterFormular

Grafik zu Elster-FormularWer die Daten nicht online ausfüllen möchte, kann alternativ die kostenlose Software ElsterFormular herunterladen, und auf seinem Computer installieren. ElsterFormular ist das offizielle Programm der Finanzverwaltung von Bund und Ländern zum Ausfüllen und elektronischen übertragen der Steuererklärungsformulare. Es wird von den Behörden kostenlos zum Download zur Verfügung gestellt. Die Funktionalität ist dieselbe wie bei Elster-Online.

Was man wissen sollte: Elster – egal ob online oder über die Formulare – berechnet lediglich. Eine beratende Funktion gibt es nicht. Die Steuerdaten muss der Anwender selbstständig ist das richtige Formular eintragen. Wer Elster nutzt, benötigt deshalb etwas Vorwissen in Sachen Steuern.
Vorteile
Nachteile
  • keine Kosten
  • schnelle Installation oder gar keine bei Online-Eingabe der Daten
  • auch für ältere Computer geeignet, da wenig Anforderung an Ressourcen
  • Vorkenntnisse erforderlich – Sie müssen die Daten selbst in das richtige Formular an der richtigen Stelle eintragen.
  • Professionelle Steuersoftware

    „Steuererklärung selber machen über Elster“ ist daher wohl eher etwas für Fortgeschrittene. Leichter gelingt die eigene Arbeit mit speziell entwickelter Steuersoftware. Diese fragt jeden einzelnen Schritt – auch für Laien verständlich – ab. Sie bietet also eine Art steuerberatende Funktion. Professionell gestaltete Software für die Einkommensteuererklärung gibt es schon ab ca. 15 Euro bei Aktionen der großen Discounter.

    Worauf achten beim Steuerprogramm?

    Käufer sollten darauf achten, dass stets die neueste Gesetzgebung berücksichtigt wird. In fast jedem Jahr gibt es Änderungen. Deshalb empfiehlt sich der jährliche Neuerwerb oder zumindest ein Update eines bereits erworbenen Programms. Für Gewerbetreibende oder Freiberufler eignet sich ein Programm, mit dem gleichzeitig die Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellt werden kann. Eine gute Steuersoftware speichert die Grunddaten des Steuerpflichtigen, und überträgt alle Daten in das Folgejahr. Außerdem bietet sie jährlich ein Update mit Berücksichtigung der aktuellen Gesetzeslage. Ein gutes Steuerprogramm verfügt in der Regel auch über eine ELSTER-Schnittstelle, so dass alle Angaben direkt an das Finanzamt gesendet werden können.

    Grafik zur Steuersparerklärung 2016

    Vorteile
    Nachteile
  • keine steuerlichen Fachkenntnisse erforderlich, das Programm fragt jeden Schritt einzeln ab
  • steuerberatende Funktionen enthalten: der Laie erhält an entsprechender Stelle Tipps und Korrekturvorschläge
  • automatische Prüfung: das Programm bemerkt, wenn z.B. Daten an der falschen Stelle erfasst wurden
  • nur für neuere Computer geeignet, da mehr Ressourcen benötigt werden
  • Anschaffungskosten: je nach Hersteller zwischen 15 und 50 Euro.
  • Lohnsteuerhilfeverein

    Einkommensteuererklärungen für Arbeitnehmer übernehmen auch örtliche Lohnsteuerhilfevereine. Wer jedoch weitere Einkunftsarten versteuern muss, hat es dort schwerer. Denn sobald die Einkünfte z.B. aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalvermögen 13.000 Euro bei Alleinstehenden und 26.000 EUR bei Verheirateten übersteigen, ist der Lohnsteuerhilfeverein nicht mehr zuständig. Die Hilfe vom Verein ist meist kostengünstiger als ein Steuerberater. Der Mitgliedsbeitrag beträgt je nach Stadt zwischen 100 und 150 Euro.

    Vorteile
    Nachteile
  • aktive Hilfe für Laien
  • im Vergleich zum Steuerberater moderate Kosten
  • Steuerberatung meist nur für Arbeitnehmer möglich
  • Steuerberater

    Mit dem Erstellen der Einkommenssteuererklärung können sachkundige Dritte wie z.B. ein Steuerberater beauftragt werden. Dieser berechnet anhand der vorgelegten Unterlagen die steuerpflichtigen Einkünfte. Der Steuerberater übernimmt die Ermittlung des Gewinns bei Selbständigen, Gewerbetreibenden und auch Nebenberuflern durch eine Bilanzierung oder Einnahme-Überschuss-Rechnung. Die Steuererklärung erledigt er aber auch für angestellte Arbeitnehmer. Dabei ist er stets auf dem neuesten Stand der Steuergesetzgebung. Für fehlerhafte Bescheide kann ein Steuerbüro haftbar gemacht werden. Das gilt auch dann, wenn Fristen für Widersprüche versäumt wurden.

    Wie viel kostet ein Steuerberater?

    Für seine Tätigkeit erhebt der Steuerberater Gebühren, deren Höhe in der Steuerberatergebührenverordnung geregelt ist. An die muss er sich jedoch nicht strikt halten. Die Parteien können auch eine abweichende Vereinbarung treffen. Ein Steuerberater kostet im Vergleich zu den vorgenannten Möglichkeiten deutlich mehr Geld. Die Höhe der Kosten richtet sich nach dem Einkommen des Steuerzahlers sowie dem zeitlichen Aufwand. Ein Angestellter mit einem Bruttogehalt in Höhe von 37.500 Euro zahlt für seine Steuererklärung im Schnitt etwa 600 Euro. Quelle: focus.de

    Wann lohnt sich ein Steuerberater?

    Kurz gesagt: bei einem komplizierten Steuerfall, wenig Fachwissen des Steuerzahlers oder Zeitmangel. Es sind Nutzen und Kosten gegenüberzustellen. Ein Arbeitnehmer der nur die Pendlerpauschale sowie ein paar Kosten einzutragen hat, fährt mit einer Steuersoftware besser. Selbstständige oder auch Vermieter sollten die Erklärung dem Profi überlassen, um teure Fehler zu vermeiden. Zudem kann der Steuerberater etwaige Einsparpotentiale besser erkennen und nutzen.

    Vorteile
    Nachteile
  • Zeitersparnis
  • kein eigenes Wissen erforderlich
  • professionelle Hilfe auch bei komplizierten Fällen
  • es werden teure Laien-Fehler vermieden (Unwissen schützt nicht vor Strafe)
  • Berater kann Einsparpotentiale besser erkennen und nutzen.
  • relativ hohe Kosten
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    2 Comments

    1. Petra 5. Oktober 2017 at 22:21 - Reply

      Hallo,

      mein Mann hat sich im letzten Jahr selbständig gemacht. Er ist aktuell noch Kleinunternehmer und macht eine Einnahme-Überschussrechnung. Er sagt ein Steuerberater kostet zu viel, und lohnt sich nicht…und die EÜR wäre schließlich sehr einfach und er macht sie selbst. Ich meine wohl, dass man ja mal einen Termin beim Berater machen kann, um sich zu informieren.

      Was können Sie uns raten?

      • admin 15. Oktober 2017 at 17:30 - Reply

        Hallo,

        ich rate grundsätzlich jedem Selbständigen, sich einen Steuerberater zu nehmen – und das aus mehreren Gründen.

        1. Das deutsche Steuerrecht ist kompliziert. Das gilt insbesondere für Unternehmer. „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ Das bedeutet, selbst wenn Ihr Mann nur aus Versehen und Unwissenheit Gelder nicht abführt, kann der Vorwurf Steuerhinterziehung sehr schnell aufkommen. Ein „das wusste ich nicht“, lässt das Finanzamt nicht gelten. Da gibt es kein Pardon.

        2. Gewerbetreibende können sehr umfangreiche Möglichkeiten nutzen, um Kosten abzusetzen. Diese kann man als Laie gar nicht kennen.

        Darüber hinaus gibt es sicherlich noch weitere Argumente, die aber hier den Rahmen sprengen würden. Wenn also Ihr Mann nicht gerade selbst Steuerexperte ist, sollte er sich Rat vom Fachmann holen.

        Viel Erfolg!

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