Wie viel Rente bekomme ich später mal? Rechnen Sie nach!

September 20, 2018 No Comments »

So wird der spätere Rentenanspruch ermitteltDas Prinzip ist einfach: Je mehr Beiträge man während seines Arbeitslebens in die Rentenkasse einzahlt, desto höher ist die Auszahlung im Alter. Die spätere Rente wird anhand einer feststehenden Formel ermittelt, siehe Erläuterung weiter unten. Wie viel Sie voraussichtlich mal bekommen werden, können Sie mit dem folgenden Rentenrechner vorab schätzen.

➥ Das Wichtigste auf einen Blick

  • 1. Während des Arbeitslebens sammelt der Arbeitnehmer mit seinen Beiträgen sogenannte Entgeltpunkte. Diese sind der wichtigste Faktor, und wie eine Art Währung zu verstehen.
  • 2. Die gesammelten Punkte werden zusammen mit drei weiteren Faktoren in eine Formel integriert. Das Ergebnis der Berechnung ergibt den späteren Rentenanspruch.
  • 3. Wer früher in Rente geht, muss Abschläge hinnehmen.

Woher weiß ich, wie viel Rente ich mal bekomme?

Die Berechnung der Rente bei uns in Deutschland erfolgt anhand einer feststehenden Formel. Doch diese ist längst nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. Grundsätzlich ist der monatliche Bruttoanspruch von vier Faktoren abhängig. Bei den einzelnen Bestandteilen handelt es sich um die

  • Entgeltpunkte
  • den Zugangsfaktor
  • den Rentenartfaktor
  • den aktuellen Rentenwert

Die Rentenformel

Häufig wird diese Gleichung aufgrund der jeweiligen Anfangsbuchstaben sämtlicher Faktoren auch EZRA-Formel genannt. Nachfolgend erfahren Sie, wie Sie diese vier Elemente ermitteln, und anschließend die Höhe Ihrer künftigen gesetzlichen Rente erfahren.

Die Entgeltpunkte

Bei den Entgeltpunkten handelt es sich um den wichtigsten Faktor der Formel. Stellen Sie sich diese Punkte als imaginäre Währung vor. Im Laufe Ihres Lebens können Sie eine gewisse Anzahl an Entgeltpunkten durch die Zahlung Ihrer Rentenbeiträge sammeln. Sie erhalten genau einen Punkt, wenn Sie während eines gesamten Jahres die entsprechenden Beiträge für das festgelegte Durchschnittseinkommen entrichten. Wer von diesem Betrag abweicht, bekommt entsprechend mehr oder weniger Punkte. Aus diesem Grund erfolgt die Berechnung der Entgeltpunkte bis auf vier Stellen hinter dem Komma genau. Das gesamte Rentensystem ist darauf ausgerichtet, dass jeder Deutsche durchschnittlich 45 Jahre in seinem Leben arbeitet, und währenddessen ein durchschnittliches Einkommen erhält. Wer während seiner vorgesehenen Arbeitszeit unbeschäftigt bleibt oder studiert, hat weniger Zeit zum Sammeln der Punkte, und kann daher nur eine geringere Maximalpunktzahl erreichen. Lediglich eine Hochschulausbildung wird noch mit Bonuspunkten honoriert. Die zusätzlichen Punkte für Ausbildungszeiten wurden vollständig gestrichen.

Einfach erklärt: Während seiner aktiven beruflichen Zeit sammelt ein durchschnittlicher Rentenanwärter 45 Entgeltpunkte. Der typische deutsche Durchschnittsverdiener verfügt aktuell über ein monatliches Bruttoeinkommen in Höhe von 3.022 Euro. Zahlt er über dieses Einkommen konstant Beiträge in die Rentenversicherung ein, kann er die Standardrente beanspruchen. Erzielt er jedoch ein höheres Einkommen, steigen über die mehr gezahlten Rentenbeiträge die Entgeltpunkte, und damit der spätere Rentenanspruch.

Der Zugangsfaktor

In Deutschland können Sie Ihr Renteneintrittsalter in einem gewissen Rahmen selbst bestimmen. Der Zugangsfaktor gibt an, ob Sie vor oder nach der gültigen Regeleintrittsgrenze in Rente gegangen sind. Diese liegt aktuell bei 67 Jahren. Die Arbeitsdauer hat ebenso wie die Rentenpunkte enormen Einfluss darauf, wie viel Rente Sie bekommen. Wenn die Zahlungen nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt zu decken, können Sie länger arbeiten. Auf diese Weise erhöhen Sie nicht nur Ihren Zugangsfaktor, sondern sammeln auch mehr Entgeltpunkte, die Ihnen ebenfalls zugutekommen.

Einfach erklärt: Mit der Regelaltersgrenze von 67 Jahren beträgt der Zugangsfaktor genau 1,0. Gehen Sie vor Abschluss Ihres 67. Lebensjahrs in den Ruhestand, müssen Sie mit einem Zugangsfaktor von 0,820 rechnen. Dieser entspricht einer Kürzung der Leistungen um 18 Prozent. Gehen Sie jedoch z.B. 5 Jahre später in Rente, steigt der Faktor auf 1,30 an. Dadurch ergeben sich zusätzliche Zahlungen in Höhe von 30 Prozent.

Aktueller Rentenwert

Ebenso wie die Entgeltpunkte hat auch der aktuelle Rentenwert einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der gezahlten Leistungen. Mit diesem Faktor werden die angesammelten Entgeltpunkte bewertet, indem jedem Punkt ein gewisser Betrag in Euro zugeordnet wird. Der aktuelle Rentenwert wird jährlich zum 1. Juli angepasst, und beträgt im Jahr 2017 31,03 Euro. Er steigt von Jahr zu Jahr. Eine gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsklausel verhindert, dass der neue Wert unter dem des Vorjahres liegt. Für die Berechnung des Wertes wird die sogenannte Anpassungsformel verwendet. Sie passt mithilfe des Nachhaltigkeits- und Riesterfaktors die Höhe der Leistungen an die Lohnentwicklung an. Auf diese Weise kommt es bei Erhöhung des durchschnittlichen Arbeitslohns automatisch zu einer Erhöhung der Renten.

Einfach erklärt: Im Jahr 2017 beträgt der Rentenwert für westdeutsche Rentner 31,03 Euro, der für Ostrentner 29,69 Euro. Somit erhalten Eckrentner aus dem alten Bundesgebiet 1396,35 Euro, während jene aus den neuen Bundesländern nur 1.336,05 Euro bekommen. Dadurch entsteht für Neubürger jedoch kein Nachteil, da diese aufgrund der niedrigeren Durchschnittsentgelte auch deutlich weniger für einen Entgeltpunkt zahlen mussten.

Der Rentenartfaktor

Grundsätzlich beträgt der Rentenartfaktor bei sämtlichen Leistungen, die einen vollständigen Ersatz für den Arbeitslohn darstellen sollen 1,0, und kann deshalb ignoriert werden. Lediglich für Rentenarten, die eine Unterhaltsfunktion erfüllen, liegt er unterhalb dieses Wertes. Dazu zählen unter anderem die Waisen- und Witwenrente. Die Leistungsberechtigten erhalten in diesem Fall bloß einen Teil der gewöhnlichen Altersrente. Derzeitig wird eine große Witwenrente in Höhe von 55 Prozent sowie eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung mit 50 Prozent gewährt. Während die kleine Witwenrente 25 Prozent der Altersrente beträgt, erhalten Vollwaisen 20 Prozent und Halbwaisen lediglich 10 Prozent des Rentensatzes. Der Rentenartfaktor wird benötigt, da mit den Rentenzahlungen nicht nur das Langlebigkeitsrisiko versichert wird, sondern ebenfalls zahlreiche andere Umstände. Die eingezahlten Rentenbeträge verwenden die Rentenkassen unter anderem für Reha-Leistungen, Umschuldungen sowie unterstützte Kuren. Aus diesem Grund wurde 2001 für die damals unbegrenzt gewährte kleine Witwenrente eine Maximalzahlungsdauer von zwei Jahren eingeführt.

Ergebnis der Formelberechnung

Nun zur entscheidenden Frage: wie viel Rente bekomme ich ausgezahlt? Für die Berechnung des Endbetrags werden die aufgeführten Faktoren der Rentenformel einfach miteinander multipliziert. Der einfachste Fall liegt bei einem typischen Eckrentner vor. Dieser ging im Alter von 22 bis 67 Jahren einer Beschäftigung mit durchschnittlichem Einkommen nach, und sicherte sich dadurch exakt 45 Entgeltpunkte. Da er eine Altersrente beantragt und weder verkürzt noch verlängert arbeitete, betragen Rentenartfaktor und Zugangsfaktor jeweils 1,0. Mathematisch betrachtet können beide Faktoren bei der Berechnung weggelassen werden, da die Multiplikation mit eins das Ergebnis nicht verändert. Zur besseren Veranschaulichung nochmals die Formel im Überblick:

= monatliche Rente
1.396,35
Aus diesem Grund ergibt sich der Rentenanspruch aus 45 Punkten mal einem aktuellen Rentenwert in Höhe von 31,03 Euro. Die monatlichen Zahlungen betragen somit 1396,35 Euro.

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