Alternativen

Gibt es eine bessere Alternative zur Riester-Rente?

Riesterrente alternative

Sinkende Garantieverzinsung, hohe Vertragskosten sowie die nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter: 3 Argumente die nicht unbedingt für die Riester-Rente sprechen. Deshalb steht sie sowohl bei Sparern als auch bei Experten in der Kritik. Doch gibt es eine bessere Alternative, um für den Ruhestand vorzusorgen? Die Antwort ist ja: Wir stellen 5 Möglichkeiten vor.

Übersicht: 5 Alternativen zur Riester-Rente im Vergleich

Die Riester-Rente lohnt sich nach wie vor für Familien mit mehreren Kindern. Andere Sparer sollten hingegen auf Alternativen setzen, da sie weniger oder keine staatlichen Zulagen erhalten. Wir erläutern die Vorteile und Nachteile von 5 Möglichkeiten. Wichtig sind neben der Rendite auch Kosten und Steuern.

SparformVorteile / NachteileInfos + Anbieter
Riester-Rente+ staatliche Zulagen oder Steuervorteile
+ sichere regelmäßige Rentenzahlung
+ pfändungs- und insolvenzsichere Anlage
+ ideal für Familien mit Kindern (Kinderzulage)
– nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter
– niedrige Garantieverzinsung
– je nach Tarif hohe Vertragskosten
1. Betriebliche Altersvorsorge+ ordentliche Rendite bei Arbeitgeberzuschuss
+ geringer Eigenaufwand bei Arbeitgeber-Beteiligung
+ sichere regelmäßige Rentenzahlung
– Nicht jeder Arbeitgeber zahlt BAV.
– im Alter steuer- und sozialabgabenpflichtig
– Neuer Arbeitgeber ist nicht zur Weiterführung verpflichtet
Kontakt zum Arbeitgeber aufnehmen
2. Fondsparplan+ mit Ø 4 Prozent hohe Rendite
+ gute Alternative bei Niedrigzinsen
+ langfristig hohe Erträge durch Zinseszinseffekt
+ Risikominimierung durch Cost-Average-Effekt
+ ideal auch für Sparer mit niedrigem Einkommen
– Verlustrisiko bei schlechter Marktentwicklung
– Kosten wie z.B. Ausgabeaufschlag
Fondsdepot eröffnen
3. Immobilien+ Unabhängigkeit von steigenden Mieten
+ bei niedrigen Zinsen oft günstiger als Miete
+ staatliche Förderungen durch z.B. Wohn-Riester
+ positive Wertentwicklung bei guter Lage
– langfristige finanzielle Belastung
– Finanzierungsrisiko bei steigenden Zinsen
– steigender Erhaltungsaufwand bei älteren Häusern
4. Rürup-Rente+ jederzeit Beitragsänderung und Sonderzahlungen
+ Beträge können steuerlich abgesetzt werden.
+ sichere regelmäßige Rentenzahlung
+ pfändungs- und insolvenzsicher
+ ideal für Gutverdiener und Selbständige
– je nach Tarif hohe Vertragskosten
– nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter
– niedrige Garantieverzinsung
– eventuell Anrechnung auf Witwenrente
5. Kapital-Lebensversicherung+ sichere regelmäßige Rentenzahlung
+ bei Einmalauszahlung zum Teil steuerfrei
+ Beitragsfreistellung möglich
– nicht pfändungs- und insolvenzsicher
– monatliche Rente ist steuerpflichtig
– sinkende Garantieverzinsung
– hohe Kosten für Abschluss und Verwaltung


Riester-Rente: Für wen sie geeignet ist

Die Ausgangskriterien für die Riester-Rente klingen durchaus interessant: Die Kombination aus privatem Sparplan und staatlichen Zulagen ist für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ein verlockendes Angebot. So profitieren Menschen mit niedrigem Einkommen von der hohen Förderquote und Eltern von verschiedenen Zulagen. Die Riester-Rente eignet sich daher nach wie vor für Familien mit mehreren Kindern, wenn Anspruch auf die volle Förderung besteht. Hinzu kommen die Steuervorteile, die ein Riester-Sparplan eröffnet. Doch eine Reihe von Nachteilen verdirbt vielen Sparwilligen die Freude. Das beginnt bereits beim Abschluss durch die teilweise recht hohen Vertragskosten. Neben der Abschlussgebühr fallen weitere Zahlungen für Vertrieb und Verwaltung an. Das kann ganz schön ins Geld gehen, selbst wenn die Gesamtkosten auf die ersten fünf Jahre verteilt werden. Wer keine professionelle Beratung in Anspruch nimmt, kann in einem Tarif landen, dessen Kosten höher sind als die staatlichen Zulagen. Ein weiterer Nachteil ist die Besteuerung der Rentenauszahlungen im Alter. Diese müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. War das Einkommen im Erwerbsleben entsprechend hoch, muss der Ruheständler mit hohen Abzügen rechnen.

Betriebliche Altersvorsorge: Wenn der Chef es richtet

Die über hundert Jahre alte Form der Rentenbildung durch den Arbeitgeber ist ein wirkungsvoller Weg, um die Rentenlücke zumindest teilweise zu schließen. Sie ist in zwei unterschiedlichen Varianten verbreitet: Bei der klassischen BAV übernimmt das Unternehmen die kompletten Beitragszahlungen. Dieses Modell ist in jedem Fall lohnenswert. Trotz späterer Steuer– und Versicherungspflicht auf die Rentenzahlungen schaffen Sie sich damit für die Zeit danach eine Betriebsrente, ohne eigene Beiträge eingezahlt zu haben. Eine BAV an der sich der Arbeitgeber beteiligt, kann daher in jedem Fall als bessere Alternative zur Riester-Rente angesehen werden. Mittlerweile ist es jedoch auch für Arbeitnehmer möglich, Beiträge aus dem eigenen Bruttogehalt in die Betriebsrente einzuzahlen (sogenannte Entgeltumwandlung). Bei Modellen mit Eigenbeteiligung gibt es immerhin einen Steuervorteil. Da der Rentenbeitrag frei von Lohnsteuer und Sozialabgaben ist, verringern sich auf diese Weise die Abzüge vom Gehalt. Allerdings wird auch weniger Geld in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Ob sich die betriebliche Altersvorsorge lohnt, hängt vom konkreten Angebot des Unternehmens ab. Wichtig zu wissen: Nicht jedes Unternehmen zahlt einen Zuschuss, ein Recht auf Entgeltumwandlung hat jedoch jeder Mitarbeiter.

Fondsparplan: Langfristige Vermögensbildung am Aktienmarkt

Wer glaubt, in Zeiten der Null-Verzinsung gäbe es keine interessanten Renditen mehr, hat sich noch nicht mit dem Fondssparen beschäftigt. Renditen von durchschnittliche vier Prozent sind hier durchaus an der Tagesordnung. Die Idee, durch regelmäßige Zahlungen in den Aktienmarkt zu investieren, hat durchaus etwas für sich. Die Vorteile liegen auf der Hand: Als Anleger haben Sie die Entscheidungshoheit darüber, in welchen Fond sie investieren möchten. Sie können den Sparplan jederzeit gebührenfrei pausieren oder beenden. Und das Wichtigste: Über einen längeren Zeitraum gesehen liegt die Rendite bei Fondssparplänen in der Regel höher als bei anderen Anlageformen. Durch den sogenannten Cost-Average-Effekt werden bei hohen Anteilspreisen weniger Fondanteile gekauft, während bei fallenden Kursen mehr Anteile gezeichnet werden. Dies trägt zur Risikominimierung bei. Der wesentliche Nachteil beim Fondsparen ist das Kursrisiko. Es gibt zwei Arten, darauf zu reagieren: Börsenorientierte Anleger betreiben Risikominimierung durch die Wahl konservativer Fonds, in denen Aktien bewährter Unternehmen mit langfristigem Wertzuwachs enthalten sind. Konservative Anleger entscheiden sich für Garantiefonds, die das Risiko teilweise ausschalten.

Immobilien: eine sichere Sache für Eigenheimbesitzer und Vermieter

Die Anschaffung einer Immobilie für die Altersvorsorge ist eine der sichersten und stabilsten Formen der Vermögensbildung – wenn die Parameter stimmen. Eine Immobilie sollte man aus zwei Gründen kaufen: Naheliegend ist natürlich das mietfreie Wohnen im Alter, wenn Sie die Wohnung oder das Haus zur persönlichen Nutzung erwerben. Die eigenen vier Wände bieten dann entsprechende Sicherheit, wenn es finanziell mal knapp werden sollte. Andererseits kann eine Immobilie auch zur Vermögensbildung beitragen, wenn sie zur Vermietung angeschafft wird. Hierbei kommt es vor allem auf die Lage der Immobilie an. Gute Vermietbarkeit – vorzugsweise im städtischen Bereich – ist von grundsätzlicher Bedeutung. Wesentlich für eine Immobilie als Altersvorsorge ist, dass die Finanzierung vor dem Eintritt ins Rentenalter abgeschlossen ist. Nur so können die Einnahmen oder die ersparte Miete tatsächlich die Funktion einer Rente übernehmen.

Rürup-Rente: die bessere Alternative zur Riester-Rente für Gutverdiener

Das Modell, das der gesetzlichen Rente am nächsten kommt, ist die Rürup-Rente. Sie zeichnet sich vor allem durch hohe Steuernachlässe während der Ansparphase aus. Allerdings kommt das dicke Ende am Schluss: Die ausgezahlte Rente ist im gleichen Umfang steuerpflichtig, wie das bei der gesetzlichen Rente der Fall ist. Die Rürup-Rente punktet vor allem durch ein Kriterium: die Garantie der Rentenzahlung auf Lebenszeit. Dieses Rentenmodell eignet sich besonders gut für Selbstständige und ältere Besserverdienende, die den Steuervorteil besonders gut nutzen können. Für letztgenannte Personen stellt die Rürup-Rente tatsächlich eine Alternative zur Riester Rente dar. Für junge Familien mit Kindern oder Personen mit wenig Einkommen gilt dies dagegen nicht. Nachteilig ist beim Rürup-Modell das strenge Regelwerk. Eine Rürup-Rente ist unkündbar. Sie lässt sich jedoch für einen bestimmten Zeitraum beitragsfrei stellen, wenn es finanziell mal eng wird. Eine einmalige Kapitalauszahlung anstelle der monatlichen Rentenzahlungen ist nicht möglich.

Kapitalbildende Lebensversicherung ist nicht empfehlenswert

Wer schon eine hat, sollte sie behalten, denn das vorzeitige Abstoßen verursacht nur weitere Verluste. Der Neuabschluss einer Kapitallebensversicherung – vor allem zum Zweck der Altersvorsorge – ist allerdings nicht anzuraten. Der wesentliche Nachteil der LV liegt in ihrer niedrigen Rendite bei gleichzeitig hohen Kosten. Der ausgelobte Garantiezins ist meist nur ein theoretischer Wert – in der Regel bleibt die durchschnittliche Rendite sogar darunter. Auch die Hoffnung auf zusätzliche Überschussbeteiligungen bleibt zumindest in der aktuellen Niedrigzinsphase unerfüllt. Die Empfehlung muss daher lauten: Hände weg.

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