Wechsel in die private Krankenversicherung

Chefarztbehandlung, kurze Wartezeiten, Einzelzimmer – ein Wechsel in die PKV scheint für viele gesetzlich Versicherte attraktiv. Doch nur wer einer bestimmten Berufsgruppe angehört, oder ein bestimmtes Einkommen übersteigt, darf beitreten. Wie man sich privat versichert, für wen es sinnvoll ist, und was beachtet werden sollte.

Wer darf in die PKV wechseln?

Ob ein Beitritt in die private Krankenversicherung möglich ist, hängt in erster Linie von der Zugehörigkeit zur jeweiligen Berufsgruppe sowie vom Einkommen des Versicherten ab. Beamte, Selbstständige und Freiberufler können unabhängig vom Einkommen Mitglied in der PKV werden. Angestellte müssen hingegen ein bestimmtes Einkommen erreichen, um aufgenommen zu werden. Die Einkommensgrenze für Angestellte – die so genannte Versicherungspflichtgrenze – liegt in 2019 bei 60.750,00 Euro brutto pro Jahr, das entspricht 5.062,50 Euro pro Monat.

So funktioniert es

Prüfen Sie zunächst, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen, um sich privat zu versichern. Kümmern Sie sich im nächsten Schritt um Ihre Aufnahme in die Privatkasse, da zunächst sichergestellt sein muss, dass Sie auch von Ihrem Wunsch-Versicherer aufgenommen werden. Wählen Sie einen Tarif, der Ihren Vorstellungen hinsichtlich Kosten und Leistungen am nächsten kommt. Nutzen Sie hierfür z.B. unseren onlinebasierten PKV-Vergleichsrechner, und lassen Sie sich ein oder mehrere unverbindliche Angebote zusenden. Nehmen Sie sich in Ruhe Zeit für Ihre Entscheidung. Auf den Angeboten finden Sie Kontaktadressen, wo Sie auch eine persönliche Beratung erhalten können. Erst wenn Sie eine Aufnahmeerklärung bzw. Police Ihres neuen Versicherers vorliegen haben, ist eine Kündigung Ihrer Krankenkasse sinnvoll.

Die einzelnen Schritte

  • 1. prüfen ob ein Beitritt möglich ist (siehe Voraussetzungen)
  • 2. Wird die Bindungsfrist der gesetzlichen Krankenkassen eingehalten?
  • 3. Auswahl der Privatkasse sowie des Tarifs: (hierfür Vergleich für PKV nutzen sowie Beratung durch Experten)
  • 4. Antrag stellen und auf Zusage warten.
  • 5. Entscheidung für den besten / passenden Tarif
  • 6. Kündigung Ihrer gesetzlichen Krankenkasse (Kündigungsfristen beachten)

Voraussetzungen

Ein wichtiges Aufnahmekriterium ist der Gesundheitszustand des Versicherten. Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenkasse dürfen private Krankenversicherungen einen Antragsteller aufgrund seines Gesundheitszustandes ablehnen.

Die Voraussetzungen im Überblick

Die Versicherungspflichtgrenze

Unter der Versicherungspflichtgrenze versteht man die Höhe des Bruttoeinkommen, ab dem ein Angestellte nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert ist, sondern die Art der Krankenversicherung frei wählen können. Die auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze bezeichnete Einkommenshöhe beträgt im Jahr 2019 bei 60.750 Euro brutto pro Jahr oder 5.062,50€ pro Monat.

Für wen lohnt Wechsel?

Ein Beitritt in die Privatkasse lohnt sich grundsätzlich immer dann, wenn der Versicherte auch längerfristig von deutlichen Kostenvorteilen profitiert. Dies ist gewöhnlich bei vielen jungen Menschen der Fall, weshalb eine Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung so früh wie möglich angestrebt werden sollte. I.d. Regel profitieren Singles, Doppelverdiener und Familien mit ein oder zwei Kindern von günstigeren Beiträgen. Bei Familien mit mehr als zwei Kindern könnte ein Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse hingegen besser sein, da durch die Familienversicherung der Beitrag reduziert wird. Ob sich ein Wechsel für Sie lohnt, können Sie mit unserem Vergleichsrechner vorab kalkulieren, indem Sie das jeweilige Angebot Ihrem aktuellen Beitrag in der GKV gegenüberstellen.

Fristen

Gesetzlich Versicherte müssen eine Bindungsfrist von 18 Monaten beachten, innerhalb der kein Wechsel in eine andere Krankenkasse oder in die PKV möglich ist. Zudem gilt eine Kündigungsfrist von 2 Monaten zum Monatsende. Wer z.B. einen Beitritt in die Privatkasse zum 01.10. eines Jahres plant, muss seiner GKV spätestens zum 31.07. kündigen.


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