Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge 2020 in einer Tabelle

Sozialversicherungsbeiträge gibt es in DeutschlandDie Finanzierung unserer sozialen Absicherung erfolgt durch die Zahlung regelmäßiger Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Wie jedes Jahr wurden auch 2020 wieder einige Sozialversicherungsbeiträge neu berechnet. Wir haben die Änderungen in einer übersichtlichen Tabelle für Sie zusammengefasst.

Tabelle der Sozialversicherungsbeiträge in 2020

Die wesentlichen Abgaben beziehen sich auf die Kranken-, die Renten-, die Pflege- sowie die Arbeitslosenversicherung. Daneben gibt es Beiträge zur Absicherung der Arbeitnehmer bei Unfall, Krankheit, Schwangerschaft sowie bei Insolvenz des Arbeitgebers. In den beiden nachfolgenden Tabellen finden Sie alle Sozialversicherungsbeiträge sowie deren Höhe für Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgelistet. Der nachfolgende Text bietet detaillierte Infos zur jeweiligen Abgabe.


Sozialversicherungsbeitrag
Gesamt
in Prozent
Arbeitgeber
in Prozent
Arbeitnehmer
in Prozent
Gesetzliche Krankenkasse
Gesamt
14,60
Arbeitgeber
7,30
Arbeitgeber
7,30
Krankenkasse ermäßigter Beitragssatz
14,00
7,00
7,00
KK Zusatzbeitrag
1,1 (Durchschnitt aller Kassen in Deutschland)
hälftig
hälftig
Gesetzliche
Pflegeversicherung
Gesamt
3,05
Arbeitgeber
1,525
Arbeitnehmer
1,525
Pflegeversicherung
bei Kinderlosen
3,30
1,525
1,775
Pflegeversicherung in Sachsen (Ausnahme)
3,05
2,025
1,025
Arbeitslosenversicherung
2,40
1,20
1,20
Gesetzliche Rentenversicherung
Gesamt
18,60
Arbeitgeber
9,30
Arbeitnehmer
9,30
Rentenversicherung Knappschaft
24,70
15,40
9,30
Gesetzliche Unfallversicherung
Gesamt
unterschiedlich hoch je Beruf
Arbeitgeber
komplett
Arbeitnehmer
nichts
Umlage U1 (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall)
1- und 4 Prozent
komplett
nichts
Umlage U2 (Mutterschaftsgeld)
wird von Krankenkassen individuell festgelegt
komplett
nichts
Umlage U3 (Insolvenzgeldumlage)
0,06 Prozent
komplett
nichts

Übersicht der Sozialversicherungsbeiträge in 2019

Der durchschittliche Zusatzbeitrag der Krankenkassen betrug in 2019 nur 0,9 Prozent. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung war im letzten Jahr noch 0,2 Prozentpunkte höher. Alle Werte für 2019 im Überblick:


Sozialversicherungsbeitrag
Gesamt
in Prozent
Arbeitgeber
in Prozent
Arbeitnehmer
in Prozent
Gesetzliche Krankenkasse
Gesamt
14,60
Arbeitgeber
7,30
Arbeitgeber
7,30
Krankenkasse ermäßigter Beitragssatz
14,00
7,00
7,00
KK Zusatzbeitrag
0,9 (Durchschnitt aller Kassen in Deutschland)
nichts
komplett
Gesetzliche
Pflegeversicherung
Gesamt
3,05
Arbeitgeber
1,525
Arbeitnehmer
1,525
Pflegeversicherung
bei Kinderlosen
3,30
1,525
1,775
Pflegeversicherung in Sachsen (Ausnahme)
3,05
2,025
1,025
Arbeitslosenversicherung
2,60
1,30
1,30
Gesetzliche Rentenversicherung
Gesamt
18,60
Arbeitgeber
9,30
Arbeitnehmer
9,30
Rentenversicherung Knappschaft
24,70
15,40
9,30
Gesetzliche Unfallversicherung
Gesamt
unterschiedlich hoch je Beruf
Arbeitgeber
komplett
Arbeitnehmer
nichts
Umlage U1 (Lohnfortzahlung im Krankheitsfall)
1- und 4 Prozent
komplett
nichts
Umlage U2 (Mutterschaftsgeld)
wird von Krankenkassen individuell festgelegt
komplett
nichts
Umlage U3 (Insolvenzgeldumlage)
0,06 Prozent
komplett
nichts

Die Sozialabgaben im Detail

Im folgenden Abschnitt werden die einzelnen Sozialversicherungsbeiträge, deren Höhe sowie die Veränderungen zum Vorjahr im Detail erläutert.

Gesetzliche Krankenversicherung

Der bundesweit einheitliche Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung beträgt im Jahr 2020 ebenso wie in 2019 14,6 Prozent. Hat der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf Krankengeld, gilt für ihn ein ermäßigter Beitrag in Höhe von 14,0 Prozent. In beiden Fällen beteiligt sich der Arbeitgeber zu 50 Prozent, der Angestellte übernimmt die andere Hälfte.

Was ist der Zusatzbeitrag?

Ergänzend zum allgemeinen oder ermäßigten Beitragssatz berechnen die gesetzlichen Krankenkassen seit 2015 einen Zusatzbeitrag. Dieser kann bis zu 1,8 Prozent des Bruttolohns betragen. Im letzten Jahr wurden von den verschiedenen Kassen in Deutschland durchschnittlich 0,9 Prozent der Bruttoeinkommen als Zusatzbeitrag erhoben. In diesem Jahr wird mit einem durchschnittlichen Zusatzbeitrag in Höhe von 1,1 Prozent gerechnet. Der Zusatzbeitrag wird seit 2019 wieder von beiden Parteien paritätisch geleistet.

Der Arbeitnehmer kann durch Auswahl bzw. Wechsel seiner Krankenkasse die Höhe seines Zusatzbeitrags selbst beeinflussen, siehe auch Krankenkassenvergleich.

Gesetzliche Rentenversicherung

Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden hälftig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen. Der zu teilende Beitragssatz lag in 2019 bei 18,6 Prozent des Bruttoverdiensts, und wird auch in 2020 so beibehalten. Der Gesamtbeitrag für die knappschaftliche Rentenversicherung bleibt ebenfalls unverändert bei 24,70 Prozent. Die Aufteilung zwischen den beiden Parteien erfolgt hier nicht paritätisch. Im Jahr 2020 übernimmt der Betrieb 15,40 Prozent, der Angestellte hingegen nur 9,30 Prozent.

Gesetzliche Pflegeversicherung

Für das Jahr 2020 gilt in der Pflegeversicherung wie schon im Vorjahr ein Beitragssatz in Höhe von 3,05 Prozent des Bruttolohns, welcher hälftig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu zahlen ist. Kinderlose Abgestellte müssen darüber hinaus ab der Vollendung des 23. Lebensjahrs einen Zusatzbeitrag in Höhe von 0,25 Prozent abführen. In der gesetzlichen Pflegekasse gilt für das Bundesland Sachsen seit 1996 eine Ausnahmeregelung. Da dort der Buß- und Bettag weiterhin als arbeitsfrei gilt, obwohl er als Feiertag abgeschafft wurde, werden die Arbeitnehmer zum Ausgleich stärker an den Kosten zur Pflegeversicherung beteiligt. Sächsische Bedienstete tragen also aktuell einen Anteil in Höhe von 2,025 Prozent, der Betrieb nur 1,025 Prozent vom Bruttoeinkommen.

Hinweis: Die Beiträge zur Pflegeversicherung sind in den letzten Jahren stark angestiegen: Beliefen sie sich für Arbeitnehmer mit Kindern im Jahr 2014 noch auf 2,05 Prozent (Kinderlose: 2,3 Prozent), waren es in den Jahren 2015 und 2016 schon 2,35 Prozent, und ab 2017 bereits 2,55 Prozent. Zu Jahresbeginn 2019 erfolgte eine weitere drastische Erhöhung auf nun 3,05 Prozent.

Gesetzliche Arbeitslosenversicherung

In Sachen Arbeitslosenversicherung gibt es seit diesem Jahr gute Nachrichten. Der Beitragssatz reduziert sich um 0,2 Prozentpunkte auf nun 2,4 Prozent. Er wird gleichmäßig zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aufgeteilt.

Gesetzliche Unfallversicherung

Arbeitnehmer sind bei Unfällen während der Arbeitszeit über ihren Arbeitgeber gesetzlich unfallversichert. Die Beiträge werden vom Arbeitgeber gezahlt, und an die jeweilige Berufsgenossenschaft abgeführt. Die Höhe des Beitrags ist neben dem Bruttolohn des Arbeitnehmers von der Gefahrenklasse abhängig. Die Gefahrenklasse bezeichnet die Unfallgefahr im jeweiligen Berufszweig. Eine einheitliche Aussage zur Beitragshöhe ist somit nicht möglich.

Umlage U1

Ein Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, seinem Arbeitnehmer im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen seinen Lohn weiterzuzahlen. Die Lohnfortzahlung wird durch einen Pflichtbeitrag, die sogenannte Umlage U1 finanziert. Die Einzahlungen erfolgen von allen Arbeitgebern solidarisch in einen „Topf“. Mit der Umlage soll gewährleistet werden, dass sich gerade kleinere Arbeitgeber die Lohnfortzahlung für ihre Arbeitnehmer im Krankheitsfall leisten können. Der Beitragssatz ist nicht einheitlich. Die Höhe des Beitrags wird von der jeweiligen Krankenkasse des Arbeitnehmers in deren Satzung festgelegt. Er beträgt je nach Krankenkasse zwischen 1- und 4 Prozent des Arbeitnehmer-Bruttolohns.

Umlage U2

Erwerbstätige Frauen erhalten während der Schwangerschafts- und Entbindungsphase Geld von Ihrem Arbeitgeber, das so genannte Mutterschaftsgeld. Steht bei einer Schwangerschaft der Mitarbeiterin die Entgeltfortzahlung an, kann der Arbeitgeber einen Zuschuss von deren Krankenkasse beantragen. Zur Finanzierung dieser Entgeltfortzahlung führen alle Arbeitgeber gemeinschaftlich einen Beitrag an die Sozialkassen ab. Diese Umlage wird als U2 bezeichnet. Auch der Beitragssatz für die U2-Umlage wird von jeder Krankenkasse individuell festgelegt, und fällt daher unterschiedlich hoch aus.

Insolvenzgeldumlage

Das Insolvenzgeld erhalten Arbeitnehmer übergangsweise, deren Arbeitgeber Insolvenz anmeldet. Hierfür muss der Arbeitgeber einen Beitrag, die Insolvenzgeldumlage an den Staat abführen. Die Beitragshöhe beträgt auch im Jahr 2020 0,06 Prozent. Im Jahr 2017 waren es noch 0,09 Prozent vom Bruttolohn des Arbeitnehmers. Die Insolvenzgeldumlage wird – wenn auch mehr inoffiziell – als U3 bezeichnet.

Was sind Sozialversicherungsbeiträge?

Um eine Gesundheitsversorgung für Arbeitnehmer, aber auch deren finanzielle Absicherung bei Invalidität, bei Pflegebedürftigkeit oder im Alter zu gewährleisten, entstanden bereits Ende des 19. Jahrhunderts zunächst berufsspezifische Krankenkassen, Unfallversicherungen und später das Rentenversicherungssystem. Hieraus entwickelte sich schrittweise die Sozialversicherung in Deutschland, wie wir sie heute kennen. Bei der heutigen Sozialversicherung handelt es sich um unser staatliches Versorgungssystem, welches im Falle von Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Arbeitslosigkeit oder auch zur Finanzierung des Ruhestands für den Versicherten eintritt. Das System wird durch Beitragszahlungen der Versicherten (Arbeitnehmer) sowie der Arbeitgeber finanziert. Hieraus ergibt sich der Begriff Sozialversicherungsbeitrag.

Beiträge für Sozialversicherung berechnen

Typisch für die genannten Sozialversicherungszweige ist die einkommensabhängige Beitragsberechnung. Maßgeblich ist das Bruttoeinkommen, von dem die Beiträge an die jeweiligen Träger abgeführt werden. Die Abzüge durch die Sozialversicherungsbeiträge bewegen sich für einen Durchschnittsverdiener etwa zwischen 20 und 21 Prozent des Bruttoverdienst.


Im nachfolgend aufgeführten Beispiel empfängt ein Arbeitnehmer einen in Deutschland durchschnittlichen Brutto-Lohn in Höhe von 3.500 Euro pro Monat. Der gesetzlich krankenversicherte und verheiratete Angestellte (Steuerklasse 3) wohnt in Hessen, hat zwei Kinder, und ist Mitglied der Kirche. Bei der Pflegeversicherung wurde automatisch der Standard-Beitragssatz verwendet. Umlagen die nur vom Arbeitgeber zu leisten sind, werden nicht aufgeführt, da sie das Nettoeinkommen des Arbeitnehmers nicht beeinflussen. Sie können die Zahlen auch selbst mit unserem Brutto Netto Rechner nachvollziehen.
Beispielrechnung für einen Bruttolohn von 3.500€ pro Monat im Jahr 2020
Lohnberechnung
Monat
Jahr
Brutto
3.500 Euro
42.000 Euro
Krankenversicherung
./. 274,75 Euro
./. 3.297,00 Euro
Pflegeversicherung
./. 53,38 Euro
./. 640,50 Euro
Arbeitslosenversicherung
./. 42,00 Euro
./. 504,00 Euro
Rentenversicherung
./. 325,50 Euro
./. 3.906,00 Euro
Summe Sozialabgaben
695,63 Euro
8.347,50 Euro
verbleibendes Netto vor Steuern
2.804,37 Euro
33.652,44 Euro
Hinweis: Es werden in der Beispielrechnung keine Steuern abgezogen. Deshalb handelt es sich nicht um das Nettoeinkommen, sondern um das Einkommen vor Abzug der Steuern.

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