Steuerfreibetrag – alle Zahlen und Fakten für 2019 und 2018

Welchen Steuerfreibetrag kann ich nutzen und wie hoch ist er?Wer Freibeträge richtig nutzt, muss weniger Steuern an das Finanzamt abführen. Doch welche gibt es, und wie hoch sind sie? Was hat sich 2019 im Vergleich zum Vorjahr geändert? Wir haben für Sie recherchiert, siehe Tabelle unten. Detaillierte Infos zum einzelnen Steuerfreibetrag finden Sie im nachfolgenden Text.

Überblick: aktuelle Steuerfreibeträge und -Pauschbeträge

Freibetrag (in Euro)
2019
2018
Grundfreibetrag
2019
9.168 für Singles
18.336 für Verheiratete
2018
9.000 / 18.000
Sparerfreibetrag (-pauschbetrag)
2019
801 für Ledige
1.602 für Ehepaare
2018
unverändert
Sonderausgabenabzug
aktuell
36 für Singles
72 bei Eheleuten
Vorjahr
unverändert
Werbungskosten-Pauschale für Arbeitnehmer
2019
1.000 für Arbeitnehmer + zusätzliche 102 bei weiteren Einkünften wie Pension, Unterhalt oder Versorgungsbezügen
2018
unverändert
Pendlerpauschale
aktuell
0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer
Vorjahr
unverändert
Rentenfreibetrag
2019
22 % der bezogenen Rente
2018
24 % der bezogenen Rente
Kinderfreibetrag (gesamt)
2019
7.620
2018
7.428
Ausbildungsfreibetrag
aktuell
924
Vorjahr
924
Alleinerziehenden-Entlastungsbetrag
2019
1.908 + 240 für jedes weitere Kind
2018
unverändert
Altersentlastungsbetrag
aktuell
836 (17,6 Prozent vom Bruttolohn)
Vorjahr
912 (19,2 Prozent vom Bruttolohn)
Übungsleiterfreibetrag
aktuell
2.400
Vorjahr
unverändert
Ehrenamt
aktuell
720
Vorjahr
unverändert
Erbschaftsteuer
2019
Ehepartner: 500.000
Kinder: 400.000
Enkel: 200.000
Großeltern und Eltern: 100.000
sonstige Personen: 20.000
2018
unverändert
Gewerbesteuer
aktuell
24.500
Vorjahr
unverändert
Verpflegungspauschale (Inland)
aktuell
voller Tag: pauschal 24 Euro, bei 8 bis 24 Stunden jeweils 12 Euro
Vorjahr
unverändert
Umzugskostenpauschale
aktuell
811 für Singles und 1.622 für Verheiratete + weitere 357 Euro für jeden mitziehenden Angehörigen
Vorjahr
787 für Singles und 1.573 für Verheiratete + weitere 347 Euro für jeden mitziehenden Angehörigen
Pflegepauschbetrag
aktuell
924
Vorjahr
unverändert
Behindertenpauschbetrag
2019
GdB 25 bis 30: 310 Euro
GdB 35 bis 40: 430 Euro
GdB 45 bis 50: 570 Euro
GdB 55 bis 60: 720 Euro
GdB 65 bis 70: 890 Euro
GdB 75 und 80: 1.060 Euro
GdB 85 bis 90: 1.230 Euro
GdB 95 bis 100: 1.420 Euro
hilflose und blinde Personen: 3.700 Euro
2018
unverändert
Hinterbliebenenpauschbetrag
aktuell
370
Vorjahr
unverändert

Grundfreibetrag

Bis zur Höhe dieses Jahreseinkommens müssen überhaupt keine Steuern gezahlt werden. Der Grundfreibetrag hat die Aufgabe, das Existenzminimum des Steuerzahlers zu sichern. Er wird vom Finanzamt automatisch berücksichtigt. Die Freigrenze beträgt in 2019 jährlich 9.168 Euro für Singles und 18.336 für verheiratete Personen. 2018 waren es 9.000 Euro / 18.000 Euro. Der Grundfreibetrag gilt nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Auszubildende, Rentner, Studenten und Selbstständige.

Kinderfreibetrag

Der Steuerfreibetrag für Kinder beträgt im Jahr 2019 4.980 Euro (Vorjahr 4.788), und wird zusammen mit dem BEA-Freibetrag in Höhe von 2.640 Euro (unverändert) geltend gemacht. BEA ist die Abkürzung für Betreuungs-, Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf. Pro Kind und Jahr sind das demnach insgesamt steuerfreie 7.620 Euro, 7.428 waren es in 2018. Sie können den Freibetrag für Kinder allerdings nur dann nutzen, wenn Sie kein Kindergeld beziehen. Auch für die langfristige Aufnahme von Pflegekindern in die eigene Familie können Sie ihn geltend machen.

Steuerfreibetrag Rentner

Die Höhe des Rentenfreibetrags hängt davon ab, in welchem Jahr der Eintritt in den Ruhestand erfolgt. Wer zum Beispiel 2019 in Rente geht, verfügt lebenslang über einen Rentenfreibetrag in Höhe von 22 % seiner bezogenen Rente. Im Umkehrschluss muss der Rentner 78 % seiner Einkünfte versteuern. Der Steuerfreibetrag für Rentner sinkt mit jedem späteren Jahr des Renteneintritts um weitere 2 Prozentpunkte, bis er im Jahr 2040 komplett wegfällt. Wer also 2040 oder später in den Ruhestand geht, muss seine komplette Rente versteuern.

Alleinerziehendenentlastungsbetrag

Alleinstehende mit Kind haben einen Anspruch auf den Alleinerziehendenentlastungsbetrag in Höhe von 1.908 Euro. Jedes weitere im Haushalt lebende Kind erhöht den Freibetrag um zusätzliche 240 Euro. Der Betrag gilt auch für 2019 unverändert.

Ausbildungsfreibetrag

Dieser beträgt gegenwärtig 924 Euro und wird Eltern gewährt, die ihr Kind während seiner Berufsausbildung oder Schulzeit finanziell unterstützen. Voraussetzung ist, dass Ihr Nachwuchs volljährig ist, Anspruch auf Kindergeld hat, und einen eigenen Haushalt führt. Bei im Ausland lebenden Kindern richtet sich die Höhe danach, zu welcher Ländergruppe das betreffende Land gehört.

Altersentlastungsbetrag

Vom Altersentlastungsbetrag können ältere Menschen profitieren, die über 64 Jahre alt und noch berufstätig sind. Mit der Schaffung wollte der Gesetzgeber für eine gerechtere Besteuerung der Einkünfte älterer Arbeitnehmer sorgen. Pensionen und Leibrenten bleiben dabei unberücksichtigt. Der Freibetrag sinkt allerdings von Jahr zu Jahr. Lag er im Vorjahr noch bei 912 Euro (19,2 Prozent vom Bruttolohn), sind es in diesem Jahr nur noch 836 Euro (17,6 Prozent der Einkünfte).

Übungsleiterfreibetrag

Sind Sie im pädagogischen Bereich nebenberuflich als Ausbilder tätig, können Sie von dem Freibetrag in Höhe von 2.400 Euro profitieren. Auch Arbeitssuchende und Rentner sind anspruchsberechtigt.

Ehrenamtsfreibetrag

Wer neben seiner Erwerbstätigkeit ein Ehrenamt in einer Behindertenwerkstatt oder einem Pflegeheim ausübt oder für den Tier- oder Umweltschutz arbeitet, darf sich sein freiwilliges Engagement mit 720 Euro jährlich (Aufwandspauschale) entlohnen lassen, ohne dass er dafür Steuern zahlen muss. Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich für eine gemeinnützige oder öffentlich-rechtliche Körperschaft engagieren. Der freiwillige Einsatz kann auch für Studierende, Rentner, Arbeitssuchende und Hausfrauen steuerrechtlich vorteilhaft sein. Die Freibeträge für Übungsleiter und Ehrenamt können sogar gleichzeitig in Anspruch genommen werden, wenn es sich um unterschiedliche Tätigkeiten handelt.

Erbschaftssteuer

Die Höhe Ihres Erbschaftssteuerfreibetrags richtet sich danach, welchen Verwandtschaftsgrad Sie zum Erblasser haben, und welcher Erbschaftssteuerklasse Sie angehören. Bei Ehepartnern liegt der Freibetrag für die Erbschaftssteuer derzeit bei 500.000. Bei Kindern sind es 400.000 Euro. Enkel müssen für 200.000 Euro, Großeltern und Eltern für 100.000 Euro ererbten Vermögens keine Steuer abführen. Erbberechtigte, die mit dem Verstorbenen nicht verwandt sind, und entferntere Verwandte haben einen Freibetrag in Höhe von lediglich 20.000 Euro. Wer der Steuerklasse 1 angehört (engste Verwandte), kann Freibeträge von 100.000 bis 500.000 Euro geltend machen. Für die Steuerklassen 2 und 3 (weitere Verwandte und sonstige Personen) gilt ein Betrag in Höhe von 20.000 Euro.

Gewerbesteuerfreibetrag

Dieser liegt aktuell bei 24.500 Euro pro Jahr, und gilt nur für selbstständige Einzelunternehmer und Personengesellschaften.

Arbeitnehmer- / Werbungskostenpauschbetrag

Die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro wird dem Arbeitnehmer direkt vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Können Sie jedoch in der im Jahr 2019 durchgeführten Steuererklärung für 2018 mehr als 1.000 Euro als Werbungskosten für Ihre berufliche Tätigkeit absetzen, tragen Sie diese in der Anlage N ein, und fügen die entsprechenden Belege bei. Wer nicht nur Arbeitnehmer ist, sondern auch noch eine Pension, Unterhalt oder Versorgungsbezüge erhält, kann sich über zusätzliche 102 Euro Versorgungspauschbetrag freuen. Für Nur-Rentner gilt eine Pauschale von lediglich 102 Euro jährlich.

Pendlerpauschale

Die Entfernungspauschale kann für einfache Strecken zur Arbeitsstelle bis zu einem bestimmten Höchstbetrag geltend gemacht werden. Jeder zur Arbeit gefahrene Kilometer wird mit 0,30 Euro berechnet. Sind Sie beispielsweise an 200 Arbeitstagen jeweils 20 Kilometer (kürzester Weg!) zu Ihrem Betrieb gefahren, erhalten Sie über die Steuererklärung 1.200 Euro zurück. Die Entfernungspauschale kann nur für eine Fahrt und nur einmal täglich in Anspruch genommen werden. Übersteigen Ihre Autofahrten jedoch die festgelegten 30 Cent pro Kilometer, tragen Sie Ihre tatsächlichen Kosten in die Steuererklärung ein, und fügen die entsprechenden Belege bei. Bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel können Sie die gesamten Kosten für das Ticket als Kilometerpauschale geltend machen.

Verpflegungspauschale Inland

Ihre Geltendmachung lohnt sich, wenn man häufig auf Geschäftsreise ist. Ein voller Tag Abwesenheit wird mit pauschal 24 Euro angerechnet, 8 bis 24 Stunden Abwesenheit mit jeweils 12 Euro. Letzteres gilt für den An- und Abreisetag gleichermaßen.

Umzugskostenpauschale

Wer einen zu langen Weg zu seiner Arbeitsstelle hat, ist gut beraten, sich eine neue Wohnung in der Nähe zu suchen. In diesem Fall lässt sich von der Umzugskostenpauschale profitieren. Sie beträgt bei Singles aktuell 811 Euro, bei Verheirateten sind es 1.622 Euro. Über diesen Pauschbetrag hinaus können Sie natürlich noch weitere umzugsbedingte Kosten von der Steuer absetzen. Haben Sie Kinder oder andere mitziehende Angehörige, kommt noch ein Erhöhungsbetrag von 357 Euro pro Person hinzu.

Sparerpauschbetrag

Verfügen Sie über Erspartes, empfiehlt es sich, den Sparerpauschbetrag in der Anlage KAP einzutragen, wenn Ihre Zinsen und Dividenden höher als 801 Euro (Ledige) oder 1.602 Euro (Zusammenveranlagte) sind. Um von dieser steuerrechtlichen Regelung zu profitieren, müssen Sie zuvor einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Bank eingereicht haben. Die Freigrenze für Sparer wird häufig fälschlicherweise als Steuerfreibetrag bezeichnet. Es handelt sich jedoch um einen Pauschbetrag, da er auch ohne gesonderte Angabe in der Steuererklärung vom Finanzamt berücksichtigt wird.

Sonderausgabenabzug

Das Finanzamt akzeptiert bei den Sonderausgaben im Jahr 2019 unverändert einen Pauschbetrag in Höhe von 36 Euro für Singles und 72 Euro bei Ehepaaren. Die Pauschale wird in der Steuererklärung ohne Nachweise berücksichtigt. Sind Ihre privaten Sonderausgaben höher als der Pauschbetrag, ist die Angabe in der Steuererklärung per Beleg sinnvoll. Als Sonderausgaben gelten beispielsweise alle gesetzlichen Rentenbeiträge, Rürup-Renten, Renten anderer Rentenversicherungsträger etc.). Bei Arbeitnehmern wird der Sonderausgabenpauschbetrag noch um den steuerfreien Anteil gemindert, den der Arbeitgeber an ihre Rentenversicherung abführt. Auch andere Kosten wie zum Beispiel Krankenversicherung des Kindes, Riester-Sparen, Versicherungsbeiträge und Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner werden steuermindernd anerkannt.

Pflegepauschbetrag

Wer einen noch in seiner eigenen Wohnung lebenden hilflosen Angehörigen unentgeltlich pflegt, kann hierfür 924 Euro als Pflegepauschbetrag geltend machen. Versorgen Sie ihn zusammen mit einer weiteren betreuenden Person, haben Sie Anspruch auf die Hälfte. Verursacht die Betreuung Aufwendungen von mehr als 924 Euro jährlich, sollten Sie Ihre tatsächlich angefallenen Kosten als außergewöhnliche Belastungen geltend machen, und durch Rechnungen und Quittungen nachweisen.

Behindertenpauschbetrag

Je nach Grad Ihrer Behinderung (GdB) haben Sie Anspruch auf einen Behindertenpauschbetrag in unterschiedlicher Höhe. Der Pauschbetrag beginnt bei 310 Euro bei einem GdB zwischen 25- und 30 Prozent bis hin zu 1.420 Euro bei einer 95- bis 100 prozentigen Behinderung. Er kann in Ausnahmefällen sogar auf maximal 3.700 Euro erhöht werden, und wird in der Steuererklärung unter den außergewöhnlichen Belastungen vermerkt. Voraussetzung für die Geltendmachung ist, dass Sie zu mindestens 50 % behindert sind, oder zu mindestens 25 Prozent behindert sind, und eine Behindertenrente erhalten. Außerdem sind Sie anspruchsberechtigt, wenn Sie dauerhaft immobil oder aufgrund einer Berufskrankheit behindert sind.

Hinterbliebenenpauschbetrag

Hinterbliebene haben einen steuerrechtlichen Anspruch auf einen Pauschbetrag in Höhe von 370 Euro. Das gilt auch für Halbwaisen. Voraussetzung ist, dass Sie als Antragsteller Hinterbliebenenbezüge bekommen, die Ihnen aufgrund verschiedener Versorgungsgesetze Soldatenversorgungsgesetz, Zivildienstgesetz) zustehen. Sie tragen den Hinterbliebenenpauschbetrag als außergewöhnliche Belastung in den Mantelbogen Ihrer Steuererklärung ein.

Was ist ein Steuerfreibetrag?

Der Steuerfreibetrag ist eine betragliche Höchstgrenze, bis zu der Einkünfte nicht versteuert werden müssen. Oder anders ausgedrückt: ein bestimmter Teil des Einkommens, welcher steuerfrei ist. Alle den Betrag übersteigenden Einkünfte sind steuerpflichtig. Im deutschen Steuerrecht gibt es eine Vielzahl dieser Freibeträge für alle möglichen Bereiche.

Unterschied Freibetrag und Pauschbetrag

Obwohl beide Beträge die Steuerlast reduzieren, unterscheiden sie sich in einem wesentlichen Punkt: Den Steuerpauschbetrag zieht das Finanzamt automatisch von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab. Das ist sogar dann der Fall, wenn Ihre tatsächlichen Ausgaben unter diesem Betrag liegen. Wer hingegen einen Freibetrag nutzen möchte, muss diesen angeben. Beim Letzterem wird auch nur der tatsächliche Aufwand berücksichtigt.


4 Comments

  1. Reingard 16. Dezember 2018 at 17:48 - Reply

    Gibt es in Deutschland eine Einkommensgrenze, die so niedrig ist, dass die Steuererklärung entfällt? Ein sonstiges Einkommen liegt auch nicht vor, also nützen der Pauschbetrag und Freibetrag nichts.

    • admin 18. Dezember 2018 at 09:57 - Reply

      Hallo,

      Sie müssen keine Steuererklärung einreichen, wenn Sie nur über ein sehr geringes Einkommen verfügen. Die Einkommensgrenze nennt sich Grundfreibetrag, und liegt im Jahr 2018 bei 9.000 für Singles und 18.000 für Verheiratete oder eingetragene Lebenspartner.

      Viele Grüße

  2. Robert 2. September 2019 at 15:49 - Reply

    Hi,

    gibt es eine Grenze, ab der der sonst steuerfreie Wohngeldzuschuss doch versteuert wird?

    • admin 12. September 2019 at 12:14 - Reply

      Hallo,

      nein, Wohngeld ist komplett steuerfrei. Es muss auch nicht in der Steuererklärung angegeben werden.

      Viele Grüße

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