Brutto-Netto-Rechner

Ob Jobwechsel oder Gehaltsverhandlung mit dem Chef – wie wirkt sich ein anderes Gehalt auf dem Lohnzettel aus? Mit unserem Brutto-Netto-Rechner können Sie ihr verbleibendes Einkommen in wenigen Schritten kostenlos und anonym ermitteln. Geben Sie hierfür bitte Ihren Verdienst ohne Abzüge sowie die weiteren Daten ein.

So funktioniert der Rechner

Berechnen Sie Ihren verbleibenden Nettolohn nach Abzug der üblichen Steuern und Abgaben. Geben Sie hierfür zunächst ihren Bruttolohn an. Weiterhin wichtig sind Angaben zu Bundesland, Steuerklasse, Krankenversicherung, Rentenversicherung sowie das Abrechnungsjahr. Sollen die Daten für das Jahr 2016 ermittelt werden, ist hier keine Änderung erforderlich. Nehmen Sie dazu falls erforderlich Ihre aktuelle Lohnsteuerbescheinigung zur Hand, und entnehmen Sie dort Ihr zu versteuerndes Einkommen. Geben Sie zudem die anderen gefragten Daten in den Rechner ein.

  • Bruttoeinkommen: dieses entnehmen Sie diesen bitte Ihrer aktuellen Lohnsteuerbescheinigung.
  • Kinder: die Angabe ist wichtig für die Anzahl der Freibeträge. Getrennt lebende Elternteile können den Kinderfreibetrag aufteilen. Haben z.B. Elternteile ein gemeinsames Kind sowie ein weiteres welches von einem der Partner stammt, wird ein Freibetrag von 1,5 angegeben.
  • Steuerklasse: diese können Sie Ihrer Lohnsteuerbescheinigung entnehmen.
  • Steuerfreibetrag: Freibeträge mindern die Besteuerungsgrundlage. Mehr zum Thema Steuerfreibetrag

Vom Brutto zum Netto

Grafik zu vom Brutto zum Netto

Wer als Angestellter erwerbstätig ist, bekommt von seinem ursprünglichen Gehalt jeden Monat einen Teil abgezogen. Die Abzüge werden in Steuern und Sozialabgaben unterteilt. Was nach Abzug aller Posten auf dem Kontoauszug zu sehen ist, ist das verfügbare Nettogehalt. Je höher der Verdienst eines Arbeitnehmers ist, desto höher sind logischerweise die gesetzlichen Abzüge. In der nachfolgenden Beispielrechnung sehen Sie, welche Arten von Steuern und Sozialabgaben es gibt, und wie sich die Beträge im Einzelnen zusammensetzen. Mit unserem Brutto Netto Gehaltsrechner können Sie Ihre verbleibenden monatlichen Einkünfte bequem online ermitteln. In unserem Beispiel ist der Arbeitnehmer verheiratet, hat 2 Kinder, ist kirchensteuerpflichtig und wohnt im Bundesland Bayern. Er zahlt den normalen Beitrag zur gesetzlichen Krankenkasse.

Beispielrechnung für ein Bruttogehalt von 4000€ pro Monat im Jahr 2016
Gehaltsberechnung
Monat
Jahr
Bruttogehalt
4.000,00 €
48.000,00 €
Steuern
Lohnsteuer
442,00 €
5.304,00 €
Solidaritätszuschlag
0,00 €
0,00 €
Kirchensteuer
11,65 €
139,84 €
Summe der Steuern
453,65 €
5.443,84 €
Sozialabgaben
Krankenversicherung
328,00 €
3.936,00 €
Pflegeversicherung
41,00 €
492,00 €
Arbeitslosenversicherung
60,00 €
720,00 €
Rentenversicherung
378,00 €
4.536,00 €
Tipp der Redaktion
Summe der Sozialabgaben
807,00 €
9.684,00 €
 
Nettogehalt
2.739,34 €
32.872,16 €

Steuern

Grafik zu Steuern

Jeder Erwerbstätige zahlt Steuern. Hierbei handelt es sich eine von Staat erhobene öffentliche Abgabe zur Finanzierung der Ausgaben des Gemeinwesens, wie z.B. Infrastruktur oder Bildung. Die für die Berechnung des verfügbaren Netto relevante Steuerart ist die Einkommensteuer, hier insbesondere die Lohnsteuer. Die Höhe der Zahlungsverpflichtung des Einzelnen richtet sich nach dem persönlichen Steuersatz. Dieser ist wiederum abhängig vom jeweiligen Einkommen.

Einkommensteuer

Einer der größten Abzugsposten ist die so genannte Einkommensteuer. Sie wird auf alle Einkunftsarten erhoben. Bemessungsgrundlage ist das zu versteuernde Einkommen. Die Höhe der Besteuerung richtet sich nach den jeweiligen Bezügen sowie der Steuerklasse des Arbeitnehmers. Die Steuerbelastung für eine bestimmte Einkommenshöhe kann der öffentlich zugänglichen Einkommensteuertabelle der Finanzämter entnommen werden. Der Eingangssteuersatz beträgt in Deutschland derzeit 14 Prozent, der Spitzensteuersatz liegt bei 42,0% des Bruttolohn.

Lohnsteuer

Die Lohnsteuer ist ein Teil der Einkommensteuer, und wird auf Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Lohn von Arbeitnehmern) berechnet. Sie wird direkt vom Bruttogehalt an das Finanzamt abgeführt (so genannte Quellensteuer).

Einkunftsarten der Einkommensteuer

  • Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
  • aus selbständiger Arbeit
  • aus Land- und Forstwirtschaft
  • aus Gewerbebetrieb
  • aus Kapitalvermögen
  • aus Vermietung und Verpachtung
  • sonstige Einkünfte nach § 22EStG

Steuerfreibeträge im Brutto Netto Rechner

Grafik zu Freibeträge bei der Steuer

Für besondere abzugsfähige Aufwendungen können Steuerpflichtige beim Finanzamt einen so genannten Freibetrag in die Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Durch einen Freibetrag reduziert sich die Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuer. Die Steuerentlastung wird sofort wirksam, da der Arbeitgeber im Moment der Lohnzahlung weniger Steuern an das Finanzamt abführt. Das verfügbare Einkommen des Lohnempfängers steigt an, siehe Brutto Netto Rechner unter Steuerfreibetrag. Jedoch ändern Freibeträge nichts an der tatsächlichen Höhe der steuerlichen Verpflichtung, sondern verschieben diese lediglich nach hinten. Wer Selbige nicht nutzt, kann zu viel abgeführte Steuern über die Einkommensteuererklärung zurückholen. Entsprechende Einträge müssen beim Finanzamt spätestens bis zum 30.11. eines Jahres getätigt werden.

Welche Freibeträge gibt es?

  • Grundfreibetrag siehe unten
  • Kinderfreibetrag siehe unten
  • Ausbildungsfreibetrag (924 Euro pro Jahr)
  • Behindertenpauschbetrag (je nach Grad der Behinderung zwischen 310 Euro und 3.700 Euro im Jahr)
  • Alleinerziehendenentlastungsbetrag (für das erste Kind 1908 Euro pro Jahr, für jedes weitere Kind 240 Euro im Kalenderjahr)
  • Altersentlastungsbetrag (je nach Alter bis zu 1900 Euro pro Jahr)

Grundfreibetrag

Personen, deren Lohn unter dem sogenannten Grundfreibetrag liegt, sind von der Zahlung der Lohnsteuer befreit. Im Jahr 2016 beträgt dieser 8.652 Euro für Alleinstehende und 17.304 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag wird für beide Elternteile zusammen in Höhe von 7.248 Euro pro Kind gewährt. Leben die Eltern getrennt, können beide jeweils den halben Freibetrag steuerlich geltend machen. Der Kinderfreibetrag setzt sich wie folgt zusammen:

  • 2.640 Euro für Betreuung, Erziehung und Ausbildung
  • 4.512 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes

Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag

Neben der Lohnsteuer müssen Arbeitnehmer nach wie vor den Solidaritätszuschlag sowie bei Zugehörigkeit zu Kirche auch Kirchensteuer abführen. Bemessungsgrundlage für diese beiden Größen ist die Lohnsteuer. Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent – die Kirchensteuer je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent.

Zu versteuerndes Einkommen

Das zu versteuernde Einkommen ist die Bemessungsgrundlage zur Berechnung der Steuerpflicht. Es basiert auf dem Bruttoeinkommen. Es ist jedoch nicht ganz mit diesem identisch, sondern kann etwas höher oder etwas niedriger sein. Durch Steuerfreibeträge kann sich die steuerliche Belastung verringern. Letztere erhöht sich wiederum, wenn der Lohnbezieher einen so genannten geldwerten Vorteil genießt. Ein Beispiel hierfür ist das Firmenfahrzeug als Sachleistung. Dieser geldwerte Vorteil muss versteuert werden. Weitere Beispiele hierfür sind Gratifikationen aller Art, wie z.B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld.

Steuerklassen

Die verschiedenen Steuerklassen

Nicht nur die Höhe des Einkommens, sondern auch die Steuerklasse hat einen Einfluss auf die Höhe des verbleibenden Nettolohn. In Deutschland werden insgesamt sechs Steuerklassen unterschieden. Die jeweilige Steuerklasse ist auf der Lohnsteuerbescheinigung vermerkt. Während die Steuerklasse I ledigen, verwitweten oder geschiedenen Arbeitnehmern ohne Kinder vorbehalten ist, können Verheiratete zwischen SK III, IV oder V wählen. Sind die Verdienste beider Ehepartner recht unterschiedlich, sollte ein Partner die Klasse III wählen, während der andere sich für die Klasse V entscheidet. Bei einem ungefähr gleichen Verdienst wiederum wählen beide Ehepartner die Steuerklasse IV. Ledige, verwitwete oder geschiedene Arbeitnehmer mit Kind wiederum werden in die Klasse II eingestuft. Wer einem zusätzlichen Nebenverdienst nachgeht, muss diesen in der SK VI versteuern.

Die 6 Steuerklassen in Deutschland im Überblick

  • 1 – ledige oder allein lebende Person ohne Kinder
  • 2 – ledige oder allein lebende Person mit Kindern
  • 3 – verheirateter Alleinverdiener
  • 4 – verheiratete Doppelverdiener
  • 5 – verheiratete Person mit geringen Bezügen
  • 6 – bei zwei oder mehr sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen

Sozialversicherung

Grafik zu den  Sozialversicherungsbeiträgen

Beschäftigte müssen von ihrem Lohn neben Steuern auch Beiträge zur Sozialversicherung abführen. Der Sozialversicherungsbeitrag wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Der Beitrag zur Renten- und Krankenkasse nimmt hierbei den größten Posten ein. Genau wie die Steuern werden auch die Sozialabgaben Monat für Monat direkt vom Brutto des Arbeitnehmers einbehalten.

  • Krankenversicherung – gesetzlich oder privat
  • gesetzliche Rentenversicherung
  • gesetzliche Pflegeversicherung
  • Arbeitslosenversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung

Im Jahr 2016 beträgt der reguläre Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung 14,6 Prozent. Dieser wird gleichmäßig auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Kommt die Krankenkasse mit dem Beitragshaushalt nicht aus, darf sie Zusatzbeiträge erheben. Der Zusatzbeitrag ist hingegen vollumfänglich vom Versicherten zu leisten. Der ermäßigte Beitragssatz liegt bei 14,0 Prozent.

Gesetzliche Rentenversicherung

Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung beträgt genau wie im Jahr 2015 18,7 Prozent; Unternehmer und Beschäftigte zahlen diesen je zur Hälfte.

Arbeitslosenversicherung

Einen eher geringen Teil der Abzüge wiederum stellen die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung dar. Diese betragen insgesamt 3 Prozent, hiervon zahlen Arbeitgeber und Beschäftigte jeweils die Hälfte.

Gesetzliche Pflegeversicherung

Auch der Beitragssatz zur Pflegeversicherung – dieser liegt momentan bei 2,35 Prozent – wird gleichmäßig aufgeteilt. Einzige Ausnahme stellt das Bundesland Sachsen dar, wo der Lohnempfänger einen etwas höheren Anteil zahlen muss. Weiterhin müssen alle kinderlosen Versicherten ab einem Alter von 23 Jahren einen zusätzlichen Beitrag in Höhe von 0,25 Prozent des Brutto in Kauf nehmen.


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