Finanzen

Depot clever eröffnen

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Wer ein Depot eröffnen will, sollte sich zunächst Gedanken darüber machen, ob dies bei einer Onlinebank, einem Broker oder doch bei der Hausbank sein soll. Jede der genannten Möglichkeiten hat Vor- sowie Nachteile. Diese erklären wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vergleichen Sie jeweils die Vorteile und Nachteile einer Depoteröffnung im Hinblick auf Kosten, fachliches Vorwissen, technisches Verständnis, Aktualität (wie nah bin ich zeitlich am Geschehen dran?), Flexibilität (z.B. Unabhängigkeit von Öffnungszeiten) sowie der Umfang der Möglichkeiten.

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Wo sollte ich mein Depot eröffnen?

Filialbank

Der erste Weg, um ein Depot zu eröffnen, führt die meisten zu ihrer Hausbank. Handelt es sich um eine Filialbank, muss der Depotinhaber persönlich vorsprechen. Das ist natürlich nur während der Öffnungszeiten der Filiale möglich. Die Eröffnung des Depotkontos übernimmt ein Kundenberater in der Filiale. Als erstes muss sich der Kunde gegenüber der Bank legitimieren. Er muss einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit Meldebescheinigung vorlegen.

Nach Erfassung der Daten sind die Angaben gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) abzufragen. Es geht um Kenntnisse und Erfahrungen des Anlegers und darum, in welchem Umfang er bereits in den letzten Jahren mit Wertpapieren gehandelt hat. Außerdem muss der Berater festhalten, ob der Kunde in den USA steuerpflichtig ist. Nach Einrichtung des Depots kann sich ein Beratungsgespräch anschließen. Viele Geschäftsbanken bieten jedoch nur noch eingeschränkte Beratung zu bestimmten Anlageklassen oder Wertpapieren an.

Der Vorteil einer Filialdepotbank liegt darin, dass der Verbraucher jederzeit Beratung zu Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren einholen kann. Das ist beispielsweise für Anfänger im Wertpapiergeschäft vorteilhaft, die sich nicht trauen, allein zu handeln. Davon profitieren auch unsichere Anleger oder Investoren, die selbst keine Anlageentscheidungen treffen wollen. Geeignet ist ein Filialdepot zudem für Verbraucher, die sich mit dem Börsenhandel per Internet nicht anfreunden können oder über kein technisches Verständnis verfügen.

Die Beratung in der Filiale kostet Banken jedoch Aufwand und Geld, diesen kalkulieren sie in den Depotpreis ein. Daher sind die Gebühren für die Depotführung, die monatlich, vierteljährlich oder jährlich erhoben werden, bei einer Filialbank vergleichsweise hoch. Die Entgelte sind meist prozentual an das Depotvolumen zu einem bestimmten Stichtag gebunden. Anleger, die ihre Papiere planmäßig langfristig halten möchten, können gegebenenfalls mit höheren Depotgrundgebühren leben.

Je öfter Verbraucher jedoch handeln, desto wichtiger wird die Höhe der Transaktionskosten. Pro Order verlangen Banken Gebühren für Orderausführungen an der Börse und Börsenmakler sowie die Verbuchung der Wertpapiertransaktion. Handelt der Anleger in kurzen Abständen und schichtet seine Finanzen häufig um, wird es teuer. Dies vermindert die Rendite seiner Kapitalanlagen beträchtlich. Anleger können bei einer Filialbank Gebühren sparen, indem sie sich fürs Online-Brokering freischalten lassen.

Onlinebank

Wer sich jedoch mit Computern auskennt, online Orders erteilt und wenig Wertpapierberatung benötigt, kann sein Depot bei einer kostengünstigeren Internetbank eröffnen. Die Onlinebank steht in der Regel nur im Internet zur Verfügung, so dass der Kunde selbst die Vordrucke ausfüllt. Bei einer Direktbank gibt der Verbraucher seine persönlichen Angaben auf dem Bankportal ein und hat die Möglichkeit, per Post- oder Video-Ident-Verfahren seine Legitimation vorzunehmen.

Ob mit Smartphone, Tablet oder PC, der Verbraucher muss seine Ausweisdokumente für den Video-Chat mit einem Mitarbeiter zur Depoteröffnung bereithalten. Die fertigen Formulare lässt sich der Depotkunde zuschicken oder druckt diese selbst aus. Beim Post-Ident-Verfahren geht der Kunde mit den Vordrucken und seinen Legitimationsunterlagen zur Deutschen Post und lässt sich seine Identität bestätigen. Die Post übermittelt alle Unterlagen an die jeweilige Bank. Ein Depot bei einer Onlinebank ist somit relativ schnell und unkompliziert eröffnet. Das kann quasi rund um die Uhr und unabhängig von Banköffnungszeiten erfolgen.

Vorwissen zum Wertpapiergeschäft kann bei Onlinebanken nicht schaden. Die Selbstauskunft gemäß WpHG muss der Anleger ausfüllen und sich realistisch einschätzen, was seine Kenntnisse und die Risikobereitschaft angeht. Nur mit den Wertpapierarten, mit denen er schon Erfahrungen gesammelt hat, kann er auch handeln. Gewöhnlich treffen Depotinhaber einer Onlinebank ihre Anlageentscheidungen allein. Bei Problemen oder zu Informationen über Kapitalanlagen steht der Kundenservice zur Verfügung. Fragen sind per Chat, E-Mail oder telefonisch zu klären.

Bei einer Direktbank erhält der Verbraucher eine günstige oder kostenlose Depotverwaltung. Die Ordergebühren liegen weit unter denen von Filialbanken. Sie setzen sich aus einer Grundgebühr und einem Anteil am Handelsvolumen zusammen oder werden als Pauschale erhoben. In Internetbanken sind Aufträge nachteilig, die nicht elektronisch erteilt werden, diese sind mit höheren Preisen versehen. Für Zusatzleistungen wie Realtime-Kurse muss der Verbraucher extra zahlen. Die Onlinebank empfiehlt sich für informierte Anleger, Selbstentscheider und Menschen, die im Jahr mehrfach Aktien oder andere Papiere kaufen und verkaufen. Sie sparen eine Menge an Kosten gegenüber dem Depot bei der Filialbank. Trader, die sehr oft oder sogar täglich Wertpapiere handeln, sind bei Brokern besser aufgehoben.

Broker

Ein Onlinebroker ist eine Bank oder ein auf den Handel von Finanzinstrumenten spezialisiertes Institut. Über den Broker können alle Wertpapiere und Finanzinstrumente ohne Einschränkungen gehandelt werden, sofern der Kunde die Voraussetzungen dafür erfüllt. Handelbar sind beispielsweise Währungen, Derivate oder Rohstoffe. Der Kunde sollte daher ein erfahrener, sachkundiger Spezialist sein. Ohne entsprechende Kenntnisse können Anleger beispielsweise keine Hebelprodukte handeln. Ein vorheriges Testen von angebotenen Demoversionen der Handelsprogramme ist zu empfehlen.

Das Prozedere der Depoteröffnung entspricht dem einer Onlinebank, es wird digital abgewickelt. Verbraucher können bequem von zu Hause aus und zeitlich flexibel ihr Depot eröffnen. Ob Onlinebank oder Onlinebroker kostengünstiger sind, hängt davon ab, wie viele Orderaufträge pro Jahr anfallen und wie hoch das Ordervolumen ist. Ein Wertpapierbroker bietet jedoch im Gegensatz zur Direktbank zusätzlich spezifische Leistungen an, während die Onlinebank außerdem Bankdienstleistungen offeriert. Ein Vergleich lohnt sich auf jeden Fall, da die Unterschiede bei den Orderkosten mehr als 100 Euro betragen können. Befristete Sonderangebote sind wenig nützlich, nur dauerhaft günstige Konditionen bringen einen Renditezuwachs für den Verbraucher.

Der Onlinebroker verfügt über ein effizientes, modernes technisches Handelssystem und gewährt Zugang zu allen Handelsplätzen mit den verschiedensten Orderarten. Er führt ausschließlich Transaktionen im Auftrag der Kunden aus und bietet keine Anlageberatung an. Broker liefern Privatanlegern umfangreiche Finanzinformationen, Marktberichte und Analysen. Die Depotführung ist in der Regel kostenlos und die Ordergebühren sind im Vergleich aller Anbieter am niedrigsten. Meist handelt es sich um Flatrates oder Festpreise, die ein durchgängiges Handeln ermöglichen. Broker sind nicht nur an der Börse aktiv, sondern ebenso im außerbörslichen Handel und gewährleisten auch Transaktionen in Echtzeit.

Fazit: Welches Depot ist nun das richtige?

Das richtige Depot erfüllt die Bedürfnisse des Verbrauchers. Jeder Privatanleger muss das für sich am Besten geeignete Depot herausfinden. Verbraucher sollten sich fragen, welcher Anlagetyp sie sind und worauf sie besonderen Wert legen:

  • Ist mir eine zeitlich unabhängige, einfache und schnelle Depoteröffnung wichtig?
  • Brauche ich Beratung rund um das Depot?
  • Wie oft will ich handeln und mit welchen Beträgen?
  • Welche Finanzinstrumente möchte ich nutzen?

Die Filialbank eignet sich für Privatanleger, die keine eigenen Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen können oder wollen. Filialbanken stellen Beratung zu Wertpapieren bereit. Dafür müssen Anleger die im Vergleich höchsten Depot- und Handelsgebühren in Kauf nehmen. Bei der Onlinebank sind Verbraucher nicht an Öffnungszeiten gebunden und können eigenständig flexibel ihr Depot eröffnen. Sie sparen online Depot- und Orderkosten. Berater sind meist nur telefonisch oder per E-Mail zu erreichen. Versierte Trader mit Kenntnissen und Erfahrungen, die ohne Beratung auskommen, nutzen idealerweise einen Broker. Dieser weist die geringsten Kosten und keinerlei Einschränkungen bei der Handelbarkeit von Finanzinstrumenten auf.

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