Was sind Vermögenswirksame Leistungen?

Der Arbeitgeber verschenkt monatlich Geld an seinen Arbeitnehmer, woran sich der Staat noch mit einer Finanzspritze beteiligt. So lässt sich die Sache in einem Satz erklären. Doch was sind Vermögenswirksame Leistungen eigentlich genau, und wie läuft es ab? Alle Antworten finden Sie hier.

Was sind VWL

Definition

Vermögenswirksame Leistungen – häufig auch als VWL oder nur VL bezeichnet – sind Geldbeträge, mit denen sich ein Unternehmer am Vermögensaufbau seiner Mitarbeiter beteiligt. Der Arbeitnehmer wählt einen geeigneten Sparvertrag aus, in den der Arbeitgeber 6 Jahre lang bis zu 40 Euro monatlich einzahlt. Ein weiteres Jahr ruht das Kapital. Zusätzlich gibt es eine staatliche Förderung.

Vermögenswirksame Leistungen beantragen

Die Zuwendung erhält der Arbeitnehmer von seinem Chef zusammen mit dem Gehalt. Die Sparbeiträge fließen allerdings nicht auf das Konto des Angestellten, sondern werden direkt in einen Sparvertrag eingezahlt. Der Höchstbetrag liegt bei 40 Euro monatlich. Eventuell zahlt der Arbeitgeber weniger oder auch nichts, was zunächst geklärt werden muss. Die einzelnen Schritte im Überblick:

  • 1 Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber, ob und in welcher Höhe Sie die Leistungen erhalten. Sind es weniger als 40 Euro, können Sie die Differenz selbst aufstocken (empfehlenswert).
  • 2 Schließen Sie einen geeigneten Sparvertrag ab, siehe Vermögenswirksame Leistungen anlegen.
  • 3 Überprüfen Sie, ob und welche staatliche Förderung Sie erhalten.
  • 4 Überreichen Sie Ihrem Arbeitgeber die VL-Bescheinigung des Anbieters.
Tipp: VWL sind auch ohne staatliche Förderung empfehlenswert, solange der Arbeitgeber zumindest einen Teil davon übernimmt.

Wer hat Anspruch darauf?

Rechtsgrundlage ist das Fünfte Vermögensbildungsgesetz (5. VermBG). Der Arbeitgeber kann VL freiwillig ergänzend zum monatlichen Lohn zahlen. Ob und in welcher Höhe ein Arbeitnehmer davon profitiert, ist entweder im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder über eine Betriebsvereinbarung geregelt. Einen Anspruch darauf haben:

  • Angestellte
  • Beamte
  • Richter
  • Berufssoldaten
  • Auszubildende

In welcher Höhe werden sie gezahlt?

Der Betrieb kann seinem Mitarbeiter bis zu 40 Euro pro Monat zahlen, das entspricht 480 Euro im Jahr. Nicht jedes Unternehmen gewährt jedoch den vollen Betrag. Gerade kleinere Firmen übernehmen nur einen Teil oder auch gar nichts. Die genaue Höhe hängt vom Tarifvertrag oder individuellen Vereinbarungen ab. Beschäftige von Banken oder Versicherungen sowie der Pharmaindustrie erhalten meist die vollen 40 Euro, bei Arbeitnehmern im Bereich KfZ / Metall sind es um die 26 Euro. Bei Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst liegen die Zahlungen häufig nur zwischen 6 und 12 Euro. Im Zweifel lohnt es sich, beim Arbeitgeber direkt nachzufragen.

Tipp: Sie haben grundsätzlich immer die Möglichkeit, Ihren Sparbeitrag mit eigenen Mitteln aufzustocken, um den Höchstbetrag von 40 Euro zu erreichen. So verschenken Sie kein Geld.

Was sind die Vorteile und Nachteile?

Vermögenswirksame Leistungen bieten überwiegend Vorteile, Nachteile gibt es hingegen kaum. Die Besteuerung der Zinserträge ist bei nahezu jeder Geldanlage verpflichtend.

Die Vorteile im Überblick

  • Sparen ohne Eigenleistung: VL verringern oder ersetzen den selbst gezahlten Sparbetrag.
  • schnelle und unkomplizierte Beantragung
  • Überschaubare Laufzeit, die sich mit dem Sparziel des Anlegers verbinden lässt.
  • staatliche Förderung
  • nahezu beliebige Anlage
  • Verzinsung: das Geld vermehrt sich.

Die Nachteile im Überblick

  • Sie sind wie jede Geldanlage grundsätzlich steuerpflichtig, siehe jedoch Steuerfreibetrag
  • Bei vorzeitiger Kündigung muss die Förderung zurückgezahlt werden.

Laufzeit und Kündigung

6 Jahre werden die monatlichen Einzahlungen geleistet, im letzten Jahr ruht das Kapital. Die Verträge haben somit eine Mindestlaufzeit (Sperrfrist) von 7 Jahren. Sie können Ihren Vertrag zwar jederzeit vorzeitig auflösen. Eine bereits erhaltene staatliche Förderung müssen Sie bei einer vorzeitigen Kündigung jedoch zurückzahlen.

Verwendung

Nach Ende der Laufzeit erhalten Sie Ihr Kapital zuzüglich Verzinsung und staatlicher Förderung ausgezahlt. Sie können das Geld nun beliebig für Ihre Wünsche und Pläne einsetzen. Das gilt auch dann, wenn Sie einen Bausparvertrag als Sparform gewählt haben. Normalerweise ist das Geld aus einem Bauspardarlehen zweckgebunden, z.B. als Grundstock für die eigene Immobilie oder eine Renovierung. Die Bausparkassen fragen bei Beträgen unter 20.000 Euro jedoch nicht nach, was letztlich mit dem Geld geschieht. Sie können Ihren VWL-Vertrag auch für weitere 7 Jahre besparen. Diese Variante eignet sich z.b. dann, wenn Sie langfristig Rücklagen bilden, oder Vermögen aufbauen möchten. Zahlen Sie in eine betriebliche Altersvorsorge ein, ist eine Fortführung ohnehin gegeben.

Staatliche Förderung

Als Arbeitnehmer haben Sie Anspruch auf staatliche Förderung, wenn Sie in bestimmte Sparformen investieren, und Ihr Einkommen einen bestimmten Höchstbetrag nicht übersteigt. Eine Zahlung vom Arbeitgeber ist hierfür keine Voraussetzung, auch die eigene Besparung wird bezuschusst. Um die Höchstförderung zu bekommen ist es deshalb sinnvoll, eine verbleibende Differenz durch Eigenleistung aufzustocken. Es gibt zwei Arten der Zulage, die Arbeitnehmersparzulage sowie die Wohnungsprämie, siehe Übersicht zur staatlichen VL-Förderung.


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