7 Tipps für mehr Netto vom Brutto

Bis zu 45% werden Arbeitnehmern je nach Einkommen und Besteuerung vom Bruttoverdienst abgezogen. Darin enthalten sind z.B. Abgaben wie Kirchensteuer, Krankenkassenbeitrag oder Beiträge zur Rentenversicherung. Diese Ausgaben lassen sich jedoch senken, z.B. durch einen Freibetrag in der Lohnsteuerkarte, eine andere Steuerklasse oder Sachleistungen vom Arbeitgeber.

Steuerklasse wechseln

Einmal jährlich können Ehegatten bzw. Lebenspartner die Lohnsteuerklasse wechseln, und dabei von einigen Vorteilen profitieren. Gerade wenn einer der beiden Ehegatten Lohnersatzleistungen in Aussicht hat, kann sich z.B. der Wechsel in Steuerklasse 3 lohnen. Leistungen dieser Art werden dann nach der Höhe des Nettoeinkommens berechnet. Jedoch sollte genau abgewägt werden, ob der Steuernachteil des anderen Ehegatten tatsächlich ausgeglichen wird.

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Geldwerter Vorteil statt Lohnerhöhung

Wer eine Gehaltserhöhung in Aussicht hat, sollte hierbei auch an die Steuer denken. Denn häufig kommt nur wenig des zusätzlichen Gehalts tatsächlich auf dem Konto an. Der Grund: man zahlt auf das zusätzliche Einkommen oft mehr Steuern. Deshalb ist es in vielen Fällen sinnvoll, statt höherer Bezüge auf Sachleistungen – den so genannten geldwerten Vorteil – zu setzen. Neben Dienstwagen oder Firmenhandy kann der Arbeitgeber auch Leistungen wie etwa Weiterbildungskurse oder die Kosten für die Kinderbetreuung übernehmen. Die Zuwendungen vom Chef sind bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei.

Vermögenswirksame Leistungen beziehen

Beim Bezug von VWL zahlt der Arbeitgeber für Sie in einen Sparvertrag ein. Bis zu 40 Euro monatlich sind möglich. Die Höhe der Zahlung hängt vom Arbeitsvertrag ab sowie der Branche, in der Sie beschäftigt sind. Erkundigen Sie sich hierzu einfach mal bei Ihrem Vorgesetzten. Viele Arbeitnehmer verzichten auf die Zugabe, dabei steht sie ihnen häufig zu. Es gibt verschiedene Anlagemöglichkeiten für das Geld, siehe Vermögenswirksame Leistungen anlegen.

Mehr Netto durch Steuererklärung

Kaum ein Faktor ist für einen höheren Nettoverdienst so wichtig wie die jährliche Steuererstattung. Gerade bei der Lohnsteuer bekommen Arbeitnehmer oftmals einen beachtlichen Betrag ausgezahlt, wenn sie eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Innerhalb von vier Jahren muss die Erklärung abgegeben werden. Abgesetzt werden können z.B. die Pendlerpauschale, die Ausstattung für das Arbeitszimmer oder auch Versicherungsbeiträge. Wer sich die Mühe macht, spart abhängig von Einkommen und Steuerklasse im Schnitt 900 Euro pro Jahr.

Freibeträge nutzen

Vom Bruttoverdienst werden monatlich Steuern und Sozialabgaben abgeführt. Meist sind die Abzüge jedoch zu hoch, d.h. der Arbeitnehmer zahlt in dem Moment mehr als er eigentlich müsste. Wer die Differenz erstattet haben möchte, hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Eine davon ist die jährliche Abgabe der Steuererklärung. Eine weitere Option ist, Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte einzutragen. Letzteres hat den Vorteil, dass man sofort mehr Netto herausbekommt, wäherend man bei der Steuerrückerstattung auf die Auszahlung des Finanzamts warten muss.

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Krankenkasse wechseln

Eine weitere Möglichkeit mehr Netto vom Brutto zu erhalten, ist ein Wechsel der Krankenkasse. Wichtig hierbei ist, dass auch die zukünftige Krankenkasse den persönlichen Anforderungen entspricht. Viele Kassen bieten freiwillige Mehrleistungen, oder zahlen einen Teil des Beitrags zurück, wenn für einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen vom Versicherten in Anspruch genommen werden. Auch die private Krankenversicherung kann unter Umständen eine Alternative sein. Für den Wechsel in die PKV gelten jedoch bestimmte Voraussetzungen.

Verpflegungsmehraufwand

Wer sich während seiner Arbeit mehr als acht Stunden von seinem Wohnort entfernt befindet, kann den so genannten Verpflegungsmehraufwand steuerlich geltend machen. Dieser liegt aktuell bei sechs Euro pro Tag, jedoch sind unter bestimmten Umständen auch höhere Summen möglich. Wer geschäftlich viel unterwegs ist, kann vom Verpflegungsmehraufwand profitieren, und hat im Ergebnis mehr Geld auf dem Konto.

Kirchenaustritt

Ein beträchtlicher Teil der monatlichen Abzüge wird durch die Kirchensteuer verursacht. Wer aus der Kirche austritt, kann sich von dieser Steuerbelastung befreien. Jedoch sollte beachtet werden, dass nach einem Kirchenaustritt weniger Geld von der Einkommensteuer zurück gefordert werden kann. Es besteht die Möglichkeit, die bisherige Kirchensteuer an eine gemeinnützige Organisation zu spenden, um eine mögliche Differenz wieder auszugleichen. Ob und wie viel mehr Netto tatsächlich übrig bleibt, muss also genau kalkuliert werden. Darüber hinaus sollte bedacht werden, dass Leistungen wie eine Taufe oder eine Trauung nicht mehr ohne Weiteres möglich sind, wenn beide Ehe-/ Lebenspartner aus der Kirche ausgetreten sind.

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